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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited by Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Kierkegaards Folgen

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Dempf geht aus von den vielen Missdeutungen Kierkegaards, der, sowohl Philosoph wie gläubiger Christ, das Schicksal aller dialektischen Philosophen teilte, von seinen Nachfolgern missverstanden, vereinseitigt zu werden; die einen verschweigen den Philosophen, die anderen den Christen. Dempf will dartun, dass Kiekegaard ein christlicher Philosoph war; der Nachdruck liegt auf dem „Philosoph“. Kierkegaard soll verstanden werden aus seiner Auseinandersetzung mit Hegel, dem „Todfeind der Theologie“. In Hegels Philosophie erblickte Kierke­gaard zu Recht den geistig bedeutendsten Angriff, der je gegen das Christentum geführt wurde und der deswegen von so unheimlicher Gefährlichkeit war, weil die Beibehaltung christlich klingender Formeln die völlige innere Aushöhlung überdeckte und verschleierte.

Aber die tragisch-grandiose Einsamkeit seines „Gespräches ohne Partner“ lässt Kierkegaard seine Waffen überspitzen; ja gerade im Kampfe, in diesem radikalen Kampfe des Glaubens gegen eine den Glauben aufsaugende Gnosis, bleibt Kierkegaard doch noch seinem Gegner so stark verhaftet, dass ihm eine wirkliche und völlige Wiederlegung Hegels nicht gelingt. Er schafft eine Antisystematik gegen Hegel, setzt an die Stelle der theologie-feindlichen Identitätsphilosophie eine in ihrer Philosophiefeindlichkeit doch noch philosophische Widerspruchstheologie; so vermag er nicht das „Paradox des existenziellen Denkers und der denkerischen Existenz“ zu lösen, dessen Lösung so leicht zu erreichen ist durch eine saubere Abgrenzung der Theologie von der Philosophie, unter gleichzeitiger Zusammenarbeit. Kierkegaards Methode ist jedoch nur die Umkehrung der Methode Hegels: während Hegel die absoluten Widersprüchen sich doch in Synthesen vereinigen lässt, übersteigert Kierkegaard die...

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