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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Die Krise des modernen Geistes und der Geist des heiligen Franziskus

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Agostino Gemelli veröffentlichte einen Artikel in der Mailänder Monatsschrift „Vita e Pensiero“. Der Artikel führt die Überschrift Die Probleme und die Irrungen des modernen Bewusstseins. Die ethische und kulturelle Problemfront der Gegenwart wird hier in ihrer ganzen Breite aufgerollt. Gemelli bietet in aller gedrängten Kürze eine feine Analyse des modernen Geistes und spricht so wesentliche Gedanken aus, dass sein Artikel es wohl verdient, dass man die Aufmerksamkeit eigens auf ihn lenkt. Eingangs stellt der Verfasser die Fragen, ob und wie weit die moderne Kultur noch christlich sei und ob der Geist des heiligen Franziskus der modernen Welt noch etwas zu sagen habe. Gemelli hat offene Augen für die reiche Fülle idealsten Christentums, für all jenes echtchristliche, ganz in der Übernatur gründende Leben aus Glaube und Gnade, das selbst in unseren anscheinend so heidnischen Großstädten blüht, mag es nun offen zutage treten aber scheu sich verbergen. Ferner werde auch Wort, Lehre und Beispiel der Kirche, ihres Oberhauptes und des katholischen Priestertums heute mit mehr Ehrfurcht entgegengenommen als gestern. Andererseits sieht Gemelli aber auch die Zeichen eines grauenhaften religiösen, sittlichen und kulturellen Verfalls. Die meisten Menschen von heute leben ohne Christus und Kirche, ignorieren oder negieren ein übernatürliches Leben und unsere übernatürliche Bestimmung, selbst die Sprache der Übernatur ist ihnen fremd und unverständlich geworden.

Über das Dogma von der Erbsünde lächelt man wie über einen Mythus. Das tiefe Geheimnis...

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