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Die Lebenslust zweier Pessimisten

Der Konflikt der modernen Kultur und Momente der Affirmation bei Luigi Pirandello und Eugene O’Neill

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Sainab Sandra Omar

Als Erneuerer des Theaters und mit einem ausgeprägten Hang zum Pessimismus sind Luigi Pirandello und Eugene O’Neill in die Literaturgeschichte eingegangen. Entfremdungserscheinungen und das nahezu unausweichliche Scheitern sind wiederkehrende Motive in den Werken beider. Sowohl Pirandello als auch O’Neill bekannten aber, sie seien gar keine Pessimisten und bejahen das Leben sogar. In dieser ersten vergleichenden Studie werden deshalb die affirmativen Momente im jeweiligen Werk akzentuiert. Vor dem Hintergrund der Zeitdiagnose des deutschen Philosophen Georg Simmel kann trotz der nihilistischen Haltung eine Lust am Leben und eine geradezu vitalistische Grundüberzeugung der Autoren offengelegt werden.
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3 Die „problematischen Erscheinungen“ im Werk Luigi Pirandellos

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3.1 Die Auflösung des Ich: Maschere nude

(„Il fu Mattia Pascal“, „Uno, nessuno e centomila“, „I giganti della montagna“)

Das Leben oder der Lebensstrom fließe durch die Individuen, wurde Georg Simmel aus „Lebensanschauung“ zitiert; mehr noch, der Lebensstrom fließe als die Individuen, womit der Soziologe und Philosoph den Konflikt – sich Formen zu schaffen und sie dann zu bekämpfen – auf den Einzelnen bezog. Die Individuen seien die Träger des Lebens, und das bedeutet für den Menschen eben zweierlei Gegensätzliches, was ihn bisweilen hin und her taumeln lasse342: Er ist reines Lebewesen in einer naturalen Ordnung und als solches Leben, und gerade aus der Tatsache heraus Leben zu sein, ergibt sich für ihn die Notwendigkeit zu kreieren, sich in Formen zu begeben und sich mittels dieser auszudrücken. Eine Konfliktsituation entsteht, kann sich doch der Mensch in diesen Formen, sozialen Gefügen, die er selbst geschaffen hat, nicht erschöpfen. Er beginnt, sie zu bekämpfen.

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