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Kultureller Nationalismus und Religion

Nationsbildung am Fallbeispiel Irland mit Vergleichen zu Preussisch-Polen

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Annina Cavelti Kee

Lange Zeit fristete der kulturelle Nationalismus ein Schattendasein in der Forschung. Zu Unrecht, denn der kulturelle Nationalismus spielt eine entscheidende Rolle in der Ausbildung einer nationalen Identität. Indem er die Menschen mit ihrer eigenen Vergangenheit und Kultur konfrontiert, gelingt es den kulturellen Nationalisten, die Nationalität zu etwas Greifbarem zu machen. Dass der Religion in einem solchen Prozess ebenfalls eine entscheidende Bedeutung zukommen konnte, wird anhand Irlands und mit Vergleichen zu Preussisch-Polen deutlich. Dank der Histoire croisée kann dargelegt werden, wie eng das Wirken der kulturellen Nationalisten und der katholischen Geistlichen miteinander verknüpft war und wie stark diese beiden Akteure die nationalen Identitäten Irlands und Polens prägten.
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Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

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Kapitel 2  Theoretische Grundlagen

Die Begriffe „Nation“, „Nationalismus“ sowie „kultureller Nationalismus“ sind weit komplexer als dies auf den ersten Blick scheinen mag. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei diesen Termini um alltägliche Begriffe handelt, werden diese oft auf höchst unterschiedliche Weise verwendet. Eine präzise Ausarbeitung des Sinngehaltes dieser Begriffe ist deshalb nicht nur wichtig für die Forschung, sondern auch für den Alltag, um deren allfällig missbräuchliche Verwendung für populistische Zwecke zu verhindern. In dieser Arbeit wird allerdings nur auf die für diese Studie wichtigen Aspekte des Nations- und Nationalismusbegriffs eingegangen werden. Für eine ausführlichere Auseinandersetzung mit diesen Termini wird auf die bereits existierende Literatur verwiesen.

Anschliessend wird in diesem Kapitel der für die vorliegende Arbeit verwendete Religionsbegriff kurz erläutert werden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine umfassende oder gar vollständige Ausarbeitung des Religionsbegriffs an sich.

Obwohl der Begriff „Nation“ eine alltägliche Grössenordnung darstellt und jeder und jede eine Idee oder eine Vorstellung von einer Nation hat, handelt es sich bei diesem Terminus um einen äusserst vielschichtigen Begriff. Und trotz der vielen wissenschaftlichen Studien gibt es bis heute keine allgemeingültige Nationsdefinition.

Anthony D. Smith unterscheidet in seiner Arbeit21 drei verschiedene Ansätze: den Neo-Perennialismus, den Primordialismus und die Modernisierungstheorie. ← 15 | 16 →

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