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Spengler ohne Ende

Ein Rezeptionsphänomen im internationalen Kontext

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Edited By Gilbert Merlio and Daniel Meyer

Im Hinblick auf seine Rezeption ist Oswald Spengler nicht nur ein deutsches oder gar ein europäisches, sondern auch geradezu ein Weltphänomen. Spenglers Werk dient vielen als Bezugsgröße für die Analyse der heutigen geistigen und politischen Situation in Europa und in der Welt. Die Beiträge dieses Bandes versuchen, verschiedene Aspekte dieser räumlich und zeitlich unbegrenzten Rezeption zu beleuchten. Sie hängt selbstverständlich von der Krisenhaftigkeit der Zeiten ab. Das in dieser vielseitigen Rezeption dominierende Motiv vom Untergang des Abendlands wird aber von den außereuropäischen Rezipienten nicht selten als Verheißung des Aufstiegs ihres eigenen Kulturkreises gedeutet. So zeigt sich nicht nur das kulturkritische, sondern auch das politische bzw. geopolitische Potential von Spenglers Werk.
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Die Rezeption Spenglers in Italien

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- I -

Die Geschichte der italienischen Rezeption Spenglers beginnt mit einer äußerst feindlichen Besprechung Benedetto Croces zum ersten Band des Untergangs des Abendlandes: eine Besprechung, die – wie immer bei Croce – sehr frühzeitig, schon 1920, zuerst in der Tagespresse und dann in der Zeitschrift La Critica veröffentlicht wurde.1 Auf Spengler war Croce von seinem deutschen Freund, dem Stuttgarter Philologen Karl Vossler, gebracht worden. In einem Brief vom November 1919, nach einem kurzen Hinweis auf die soeben erschienene erste Ausgabe der Pagine sulla guerra (ein Buch, auf das wir im Folgenden noch zurückkommen werden), informierte Vossler den neapolitanischen Philosophen über seine neueste Lektüre:

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