Show Less
Open access

Nachwuchsführungskräfte in multikulturellen Gruppen

Ein interkulturelles Experiment

Series:

Georg Kodydek

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Führung von homogenen und multikulturellen Gruppen und der Arbeit in diesen aus der Sicht von BerufseinsteigerInnen. Ziel ist es, einerseits kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Nationen aufzuzeigen und andererseits aus der Untersuchung kulturübergreifender Zusammenarbeit in unterschiedlichen Settings innerhalb der Gruppen und zwischen Gruppenmitgliedern und Nachwuchsführungskräften Erkenntnisse zu gewinnen. Dazu wurde ein Experiment durchgeführt, in dem die Wahrnehmungen und Zuschreibungen von BerufseinsteigerInnen und Graduierten aus Österreich, der Türkei, China und den USA erforscht wurden.
Show Summary Details
Open access

Geleitwort

Geleitwort

Die Führungsforschung stellt eines der ältesten empirischen Felder der Betriebswirtschaftslehre dar. Vieles scheint ausdiskutiert, Neues taucht selten auf und ist meist nur sehr kurzlebig. Ganz anders muss jedoch dieses Werk eingeordnet werden. Die Dissertationsschrift von Herrn Mag. Dr. Georg Kodydek steht nicht nur in guter Tradition hinsichtlich der jahrzehntelangen Untersuchung impliziter Führungstheorien, sondern es ist dem Autor als ambitionierten Nachwuchswissenschafter auch gelungen, die Thematik um einen bisher stark vernachlässigten Bereich – nämlich die Erwartungen sogenannter High Potentials an die zukünftigen Führungskräfte in einem globalen Arbeitskontext – zu erweitern.

Diese Thematik wird die Führungsforschung sicherlich noch einige Zeit intensiv beschäftigen. Die demografische Entwicklung und der damit einhergehende Mangel an Nachwuchsführungskräften – oft medienwirksam „War for Talents“ genannt – stellt eine Herausforderung dar, mit der unsere Unternehmen heute schon zu kämpfen haben. Dabei greift der Autor diese innovative Problemstellung nicht nur theoretisch auf und gibt einen fundierten Überblick des aktuellen Forschungsstandes, sondern es wird darüber hinaus auch ein aufwendiges Experimentaldesign gewählt, um konkrete, unverfälschte Antworten auf die gewählte Fragestellung geben zu können.

Die Stärken dieser Arbeit liegen daher sowohl im innovativen Aufgreifen eines topaktuellen Themas – das oft von älteren KollegInnen meist übersehen wird – als auch in der anspruchsvollen Methodik. Studierende und ihre Erwartungshaltungen stellen stets ein bedeutendes Untersuchungsfeld im Rahmen der impliziten Führungstheorien dar. Dabei wurde jedoch immer eine hohe Homogenität vorausgesetzt, die heute vermehrt in Frage gestellt werden muss. Die unreflektierte Übernahme globaler Best-Practice-Beispiele ist keinerlei Garant für erfolgreiche Führung. Dies zeigt sich deutlich an Hand der Auswertung.

Letztlich sei auch noch die wissenschaftlichen Lauterkeit und der vorsichtige Umgang des Autors mit der Datenlage hervorgehoben. Hier wird nicht um des Effektes willen ein schwaches Ergebnis überinterpretiert, sondern – ganz der wissenschaftlichen Tradition verpflichtet – bewusst theoretische und vor allem methodische Limitationen aufgezeigt, um so einen Diskurs zu eröffnen und weitere Untersuchungen anzuregen. In diesem Sinne wäre ich froh, wenn zahlrei ← 7 | 8 → chere Arbeiten in dieser Qualität und mit diesem selbstkritischen Bewusstsein publiziert würden, um einen datenbasierten Dialog zu ermöglichen.

Wien, im März 2014, ao.Univ. Prof. Dr. Jürgen Mühlbacher ← 8 | 9 →