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Die Rezeption von Religion in romantischer und moderner Literatur

Alfred de Vigny – Gérard de Nerval

Jonas von Moritz

Die Werke Alfred de Vignys und Gérard de Nervals gelten nicht als religiöse Literatur. Dennoch rezipieren diese beiden französischen Autoren des 19. Jahrhunderts religiöse Formen und Inhalte, die sie ihrer theologischen Bedeutung entledigen, um ihnen eine rein ästhetische Signifikanz zu verleihen. Im Kontext der Säkularisierungsthese beleuchtet diese Arbeit diese Transformierungsprozesse. Anhand der Verschiedenheit der Rezeption von Religion in den untersuchten Werken der beiden Autoren lässt sich die Notwendigkeit einer Unterscheidung von Romantik und Moderne aufzeigen.
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4. Die französischen Romantiker und das Konzept der Prophetie

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Nach den grundlegenden Vorüberlegungen beginnen wir nun mit unseren philologischen Untersuchungen hinsichtlich der Rezeption religiöser Formen und Inhalte. Wir ziehen die Werke von jeweils zwei Autoren heranzuziehen, die als paradigmatisch für die Romantik (4. Kapitel) bzw. die Moderne (5. Kapitel) gelten.

Als exemplarischen Autor aufgrund seiner literaturgeschichtlichen Stellung als Pionier der französischen Romantik wählen wir zunächst Pierre-Simon Ballanche (4.1). In den Folgejahren der Französischen Revolution, die nicht nur auf politischer, sondern auch auf kunsttheoretischer Ebene eine enorme Zäsur bewirkt, beginnt die Romantik in Frankreich, sich – im Vergleich zu anderen europäischen Staaten verspätet – herauszubilden. Ballanche übt mit seiner Literaturtheorie einen großen Einfluss auf ihre Entwicklung in Frankreich aus.

Im Anschluss an unsere Abhandlung zu Ballanche werden wir uns mit dem Werk Victor Hugos befassen (4.2), das in dem langen Zeitraum zwischen den 20er-Jahren bis zum Tod des Autors im Jahr 1885 entstanden ist. Unsere Wahl gründet auf der unbestrittenenen Stellung Hugos als Hauptvertreter der französischen Romantik.

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