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Konversion zum Islam im 21. Jahrhundert

Deutschland und Großbritannien im Vergleich

Caroline Neumüller

Die Konversion zum Islam, vor allem in vorwiegend nichtmuslimischen Gesellschaften, ist ein wachsendes Forschungsphänomen. Diese Studie konzentriert sich auf die akuten Herausforderungen von deutschen wie britischen Konvertiten zum Islam hinsichtlich ihrer kulturellen und moralischen Veränderungen, Glaubensfragen und Beziehungen zur nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft sowie neuen muslimischen Gemeinschaft. Unzufriedenheit mit dem ehemaligen Glauben oder sozialen Normen geben der muslimischen Lehre für viele Menschen Attraktivität und den Wunsch nach Zugehörigkeit, die in einer Konversion münden können. Das Hauptaugenmerk der Studie wird auf die einzelnen sich verändernden Verhaltensnormen der Probanden gelegt und das Ergebnis als lebendiger, jedoch auch rationaler Einblick in das Leben von deutschen wie britischen Konvertiten dargestellt.
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Kapitel 5 Islamische Verpflichtungen und Speisegebote

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5.1. Einleitung

Die Bandbreite religiöser Orientierungen unter muslimischen Konvertiten reicht vom Verfolgen eines traditionellen Lebensstils, um Gedanken und Handlungen des Propheten Muhammad* und der frühen islamischen Gemeinschaft nachzueifern bis zu den mystisch beeinflussten Praktiken, bei denen die innere Begegnung mit Gott einer höheren Priorität zugeordnet wird als die äußerlich ausgedrückt Religiosität. Entgegen der scheinbar gängigen Vorstellung der religiösen Konvertierung als Auswuchs einer plötzlichen (spirituellen) Erleuchtung mit einer schlagartigen Veränderung von Lebensstil und Identität, wird von den Teilnehmer die Konvertierung als fortlaufender, schrittweiser Prozess beschrieben. Dieser mag mit dem Vortrag der Schahāda als Zeichen der Anerkennung des neuen Glaubens beginnen, seine Anfänge liegen aber schon in früheren Aspekten und wird keinesfalls mit dem Bekenntnis vervollständigt - unter Umständen kann es vorkommen, dass dieser Prozess niemals abgeschlossen wird. Religiöse Verpflichtungen und Bräuche würden nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt komplett angenommen, sondern schrittweise über einen Zeitraum hinweg, da der Konvertit diese erst einmal verstehen muss und sie nach eigener Wahl und Auslegung seinem Leben hinzufügt.116

Die verbindlichen Bräuche im Islam können sehr facettenreich sein, es gibt allerdings bestimmte Vorgaben, an welche sich fast alle Muslime halten, da sie eine Grundlage für die Zugehörigkeit zum islamischen Glauben bilden. Neben der Schahāda beinhalten die fünf Säulen des Islams das tägliche Gebet (Salāt), das Fasten während des Ramadan (Sawm)...

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