Show Less
Restricted access

Konversion zum Islam im 21. Jahrhundert

Deutschland und Großbritannien im Vergleich

Caroline Neumüller

Die Konversion zum Islam, vor allem in vorwiegend nichtmuslimischen Gesellschaften, ist ein wachsendes Forschungsphänomen. Diese Studie konzentriert sich auf die akuten Herausforderungen von deutschen wie britischen Konvertiten zum Islam hinsichtlich ihrer kulturellen und moralischen Veränderungen, Glaubensfragen und Beziehungen zur nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft sowie neuen muslimischen Gemeinschaft. Unzufriedenheit mit dem ehemaligen Glauben oder sozialen Normen geben der muslimischen Lehre für viele Menschen Attraktivität und den Wunsch nach Zugehörigkeit, die in einer Konversion münden können. Das Hauptaugenmerk der Studie wird auf die einzelnen sich verändernden Verhaltensnormen der Probanden gelegt und das Ergebnis als lebendiger, jedoch auch rationaler Einblick in das Leben von deutschen wie britischen Konvertiten dargestellt.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 9 Die Logik einer „unlogischen“ Option

Extract



9.1. Einleitung

Jedes Jahr konvertieren in Großbritannien und Deutschland Hunderte von Menschen zum Islam, jedoch gibt es keinen bekannten Anknüpfungspunkt, der diese Entscheidung allein erklären könnte. Dies hängt zum Einen mit dem Mangel an verfügbaren Daten und zum Anderen mit der großen Vielfalt der Konvertiten zusammen, die aus sehr unterschiedlichen sozialen, wirtschaftlichen, politischen und beruflichen Hintergründen stammen.366 Vor ihrer Konversion zum Islam werden die meisten Katholiken, Protestanten, Juden, Hindus, Atheisten oder Agnostiker gewesen sein.

Die Mehrheit der muslimischen Konvertiten ist auf der Suche nach etwas Bestimmtem, um solch eine schwerwiegende Entscheidung zu begründen, sei es das Bedürfnis einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, Unzufriedenheit mit dem „Mainstream“ der europäischen Kultur oder das Ergebnis persönlicher Beziehungen. Die meisten Konversionen stellen keine Lösung für praktische oder spirituelle Konflikte dar, sondern resultieren in einen schrittweisen Entwicklungsprozess, der am Tag der „offiziellen“ Annahme des Islams weder beginnt noch endet. Das Konversionserlebnis kann in erster Linie als eine bewusste Entscheidung und Annahme einer Reihe neuer Überzeugungen und Prinzipien zur Neugestaltung des eigenen Lebens gesehen werden (Köse, 1996:189). Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass nicht jede Person zunächst aus persönlicher Überzeugung und aus spirituellen Gründen konvertiert, sondern den Glauben annimmt, um sich an persönliche gegebene Umstände anzupassen, z.B. der Hochzeit mit einem muslimischen Partner, Druck von anderen Muslimen, Kinder mit einem muslimischen Partner zu haben,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.