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Jugendsprachen

Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen

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Edited By Helga Kotthoff and Christine Mertzlufft

Sprachverhalten – von Kiezdeutsch bis zur Schreibstilistik von Mädchen auf Internetplattformen – gerät in diesem Beitrag zur Jugendsprachforschung als soziale Positionierungsaktivität in den Blick. Jugendliche nutzen ihr Wissen um kommunikationsstilistische Zuordnungen vielfältig, um sich als ein bestimmter Typus zu entwerfen, aber auch, um soziale Typen zu zitieren, zu karikieren und mit Zuordnungen zu spielen. Die deutschen und englischen Beträge dieses Bandes zeigen ein weltweites Spektrum. In vielen Ländern sind Sprech- und Schreibstile entstanden, bei denen Jugendliche Sprachen mischen und Regelverletzungen zur situativen Gebrauchsnorm einer Clique werden lassen. Junge Italo-Deutsche geraten mit ihrem Varietätenspektrum ebenso ins Blickfeld wie Studierende aus Ghana und SchülerInnen aus den USA, Dänemark und Georgien. Jugendliche haben in den Textsorten der sozialen Internetzwerke Schreib- und Bildstilistiken entwickelt, die nicht nur eigenwillig sind, sondern in ihrer Normferne wieder neue Normen konstituieren.
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„… erzähl mal das mit dem Insulaner…“ Formale, funktionale und prosodische Aspekte jugendsprachlicher Narrationen

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„...erzähl mal das mit dem Insulaner...“ Formale, funktionale und prosodische Aspekte jugendsprachlicher Narrationen

Daniel Steckbauer, Nils Bahlo, Norbert Dittmar, Bernd Pompino-Marschall

Abstract

This article deals with the narrative practices of teenagers from Berlin in everyday conversations. Narration offers diverse means for the production of identity within a group through the use of positioning activities. Particularly the importing of ”others’ voices” as animated speech illustrates the basis for the speakers so-called “cool stories” in order to achieve narrative effects. Creative linguistic elaborations and the production of in-group and out-group will be pointed out. We analyse the stories from Berlin under prosodic, semantic and structural viewpoints on the basis of authentic conversational data from the “Jugendsprache im Längs-schnitt”-Korpus.

1 Einleitung

Erzählen als die kreativ-kommunikative Ausgestaltung von ehemals Erlebtem im Rahmen jugendlicher Gemeinschaft ist sicherlich kein Primat der alltagsweltlichen Jugendlichkeit. Erzählt wird bereits im Kindesalter und fortwährend bis ins hohe Alter hinein. Dabei verorten sich Erzählungen stets in der Gemeinschaft – Erzählen benötigt das Gegenüber, Alltagserzählungen entstehen im aktiven sozialen Miteinander (Quasthoff 1980 und 2001) und bieten mannigfaltige Möglichkeiten zur sprachlichen Ausgestaltung, zur reflektierenden Bewertung von Ereignissen und zur Positionierung des Erzählers wie des Gegenübers.

Im Erzählen manifestieren sich Identitätskonzepte und -facetten (Bamberg 1997; Lucius-Hoene/Deppermann 2004; Georgakopoulou 2007: 157ff), die gerade in der Phase der Adoleszenz von enormer Bedeutung sind (Schmidt 2004). Versierte...

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