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Jugendsprachen

Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen

Series:

Helga Kotthoff and Christine Mertzlufft

Sprachverhalten – von Kiezdeutsch bis zur Schreibstilistik von Mädchen auf Internetplattformen – gerät in diesem Beitrag zur Jugendsprachforschung als soziale Positionierungsaktivität in den Blick. Jugendliche nutzen ihr Wissen um kommunikationsstilistische Zuordnungen vielfältig, um sich als ein bestimmter Typus zu entwerfen, aber auch, um soziale Typen zu zitieren, zu karikieren und mit Zuordnungen zu spielen. Die deutschen und englischen Beträge dieses Bandes zeigen ein weltweites Spektrum. In vielen Ländern sind Sprech- und Schreibstile entstanden, bei denen Jugendliche Sprachen mischen und Regelverletzungen zur situativen Gebrauchsnorm einer Clique werden lassen. Junge Italo-Deutsche geraten mit ihrem Varietätenspektrum ebenso ins Blickfeld wie Studierende aus Ghana und SchülerInnen aus den USA, Dänemark und Georgien. Jugendliche haben in den Textsorten der sozialen Internetzwerke Schreib- und Bildstilistiken entwickelt, die nicht nur eigenwillig sind, sondern in ihrer Normferne wieder neue Normen konstituieren.
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Konversationelle Aktivitäten und Sprechstile einer männlichen Jugendgruppe in Georgien

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Miranda Gobiani, Helga Kotthoff

Abstract

In unserem Beitrag setzen wir Erkenntnisse aus der Jugendsprachforschung und auch aus den soziolinguistischen Gender Studies zu Befunden aus einer georgischen Gruppe männlicher Jugendlicher in Beziehung. Wir thematisieren konversationelle Aktivitäten der 12-17jährigen Georgier in Freizeitinteraktionen, die mit Verhandlungen von Männlichkeitsstandards zu tun haben und diskutieren pragmalinguistische und stilistische Besonderheiten dieser Mittelschichtsjugendlichen aus der westgeorgischen Stadt Kutaissi. Es wird deutlich, dass sie mit ihren angreiferischen Frotzeleien und Angebergeschichten einerseits ein Sprachverhalten zeigen, das dem von männlichen Jugendlichen in USA und Westeuropa ähnlich ist, andererseits Formen und Formeln zitieren, parodieren und ironisieren, die aus georgischen rituellen Diskursen stammen und sich auch an diesen und an spezifischen kulturellen Wertvorstellungen abarbeiten. Spiele mit typisierten „fremden Stimmen“ durchziehen ihre Interaktionen. Im Artikel werden Transkripte diskutiert, die sich thematisch und stilistisch um konkurrierende Formen des Mann-Werdens und um ein Aufrufen von kulturell bekannten Gender-Zuordnungen drehen.

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