Show Less
Restricted access

Regionale Energiewende

Akteure und Prozesse in Erneuerbare-Energie-Regionen

Kathrin Müller

Welche Faktoren fördern den regionalen Ausbau der erneuerbaren Energien? Vier untersuchte Regionen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Prozessen und Akteuren bauen erneuerbare Energien aus und liefern Vorbilder für Nachahmer. Interviews mit Experten zeigen ein detailliertes Bild der Landkreise Hameln-Pyrmont, Marburg-Biedenkopf und der Regionen Oberland und Lübow-Krassow. Beobachtungen von Veranstaltungen vor Ort und Dokumentenanalysen ergänzen die Darstellung. Als zentrales Ergebnis präsentiert die Untersuchung acht Erfolgsfaktoren: Maßnahmen, mit denen die Kommunen den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und Strukturen schaffen, von denen die Menschen vor Ort langfristig profitieren. Die Ergebnisse sind Ideengeber und Wegweiser für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in den Regionen.
Show Summary Details
Restricted access

2 Entwicklung und Rahmenbedingungen der Energiewende

Extract

Die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland, besonders die jüngeren Entwicklungen mit dem national beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie und dem zunehmenden Ausbau von erneuerbaren Energien, sind abhängig von komplexen regionalen, nationalen und internationalen Einflussfaktoren. Eine „Biographie des Innovationsgeschehens“ im Feld der erneuerbaren Energien in Deutschland haben Bruns, Ohlhorst et al. (2009) geschrieben. Sie identifizieren Krisen als Auslöser für gesellschaftliches Umdenken, welches sie wiederum als einen wichtigen Grund für den Ausbau von erneuerbaren Energien sehen.

Eine entscheidende Krise ist die Umwelt- und Klimakrise gewesen. Das wachsende Umweltbewusstsein in der deutschen Bevölkerung in den 1960er Jahren und der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome 1972 sind Merkmale dieser Phase. Weiterhin gründeten sich Ende der 1970er zahlreiche Bürger- und Umweltinitiativen (vgl. Bruns, Ohlhorst et al. 2009: 54). 1971 verabschiedet die Bundesrepublik Deutschland ein erstes Umweltprogramm, welches einem modernen Umweltaktionsplan ähnelte (vgl. Jänicke 2003). Im Jahr 1980 wurde die Partei Die Grünen gegründet, die 1983 in den Bundestag einzog:

“Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass sich in dieser Phase die Umweltpolitik verstärkt als Politikfeld in der Bundesregierung konstituierte” (Bruns, Ohlhorst et al. 2009: 54).

Von Bedeutung war auch die Ölpreiskrise, besonders in den 1970er Jahren: Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Energieimporten wurden vor diesem Hintergrund als Leitmotive der Energiepolitik definiert (vgl. Bruns, Ohlhorst et al. 2009: 56).

Ein weiterer Einflussfaktor ist ferner die Kernenergiekrise gewesen. Erster Prostest gegen den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.