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Biografische Studie zur Person und zum Werk Friedrich Fröbels

Detlef Krone

Dieses Buch ist eine kritische Würdigung des pädagogischen Konzeptes und Schaffens Friedrich Fröbels. Ausgehend von einer Auswertung einer Vielzahl seiner Briefe wird ein mehrperspektivischer Blick auf seine Person und auf Aspekte seiner Erziehungspraxis vorgenommen. Es werden exemplarische Betrachtungen von Fröbels Ausführungen erstmalig mithilfe von textanalytischen Verfahren (Wortformen, Wortverwendungen) durchgeführt. Der Autor erreicht dadurch einen vertieften Einblick in Fröbels Zugang zur Weltwahrnehmung.
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1. Der Pädagoge und seine Pädagogik

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1.    Der Pädagoge und seine Pädagogik

Der jüngste Sohn aus einem strenggläubigen evangelischen Pfarrhaus, Friedrich Fröbel (1782-1852), gründet als fast 60-jähriger Mann Erziehungseinrichtungen (ab 1840) für drei- bis sechsjährige Kinder. Die konzeptionelle Ausrichtung dieser Anstalten wird unter dem bis heute weltweit verbreiteten Namen ‚Kindergarten‘ bekannt. Fröbel leitet mit seiner Idee und Gestaltung des Kindergartens in der Geschichte der institutionalisierten Kleinkindererziehung eine neue Phase ein. Mit Fröbel tritt ein Pädagoge auf den Plan, dem es vorrangig um die systematische und kindgemäße ‚Pflege’ und ‚Beachtung’ als Bildungs- und Entwicklungsförderung geht. Er setzt sich weder aus religiös-moralischen noch aus wirtschaftlich-politischen Motiven für eine soziale Betreuung und Versorgung der Kinder ein – etwa zur Rettung ihrer Seele oder als Fürsorgemaßnahme zur Aufhebung ihrer Vernachlässigung oder Ausbeutung.

Fröbels Erziehungslehre erwächst aus einer höchst individuellen Verarbeitung der christlichen Glaubenslehre, der Philosophie (Idealismus, Pantheismus, Romantik) und Pädagogik der Aufklärung. Zum Beispiel werden pädagogische Zielsetzungen und Praktiken von ihm mit einfachen geometrischen Relationen verbunden, denen er dann gravierende anthropologische Bedeutungen zuweist. Das einerseits von Fröbel intuitiv begründete Modell einer Kleinkinderziehung unterstützt er andererseits durch diverse Beobachtungen seiner Schülerinnen.

So begründet er seine Erziehungskonzeption letztlich auch auf eine empirische Basis durch eigene und fremde Beobachtungen. Derart ziehen mit Fröbel in den damaligen pädagogischen Diskurs über Kleinkinderziehung ungewohnt und umfangreich, auch rationale Momente...

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