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Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht

Theorie und Praxis

Edited By Frauke Matz, Michael Rogge and Philipp Siepmann

Der Begriff des transkulturellen Lernens steht für ein breites Spektrum neuer Ansätze in der Fremdsprachendidaktik, deren gemeinsamer Nenner ein veränderter Begriff von Kultur, Identität und Differenz ist. Dieser Band versammelt Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz «Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht: Theorie und Praxis», die 2012 an der Ruhr-Universität Bochum stattfand. In ihren Beiträgen zeigen die Autorinnen und Autoren, welche neuen Perspektiven die transkulturelle Öffnung des Fremdsprachenunterrichts der Kultur- und Literaturdidaktik sowie internationalen Begegnungs-, Austausch- und Theaterprojekten eröffnet. Sie leisten damit einen Beitrag zur theoretischen Fundierung und Etablierung des Forschungsfelds des transkulturellen Lernens.
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Transkulturalität als begriffliche und konzeptuelle Herausforderung an die Fremdsprachendidaktik: Werner Delanoy

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Werner Delanoy

Abstract

Bei der Debatte um Transkulturalität geht es um ein ganz zentrales Thema für die Sprach- und Kulturdidaktik, nämlich um das Überprüfen und Neubestimmen der Theoriefundamente, auf denen eine zeitgemäße Kulturdidaktik aufbauen soll. Als Begriff und Konzept verspricht Transkulturalität eine Perspektive, die sich den Konstituenten gegenwärtiger Gesellschaftsbildung zuwendet und mit bisherigen kulturdidaktischen Traditionen radikal bricht. Kann Transkulturalität diese Versprechen auch halten? Mit seinem Fokus auf kultureller Hybridisierung spricht der Begriff in der Tat eine wesentliche Entwicklung in einer zunehmend globalisierten Moderne an. Konzeptuell und begrifflich zeigen sich bei näherer Betrachtung allerdings Einseitigkeiten und Ungereimtheiten, die sowohl ein differenziertes Kulturverstehen als auch eine konstruktive fachdidaktische Diskussion behindern können. Auch ist das Verhältnis von Transkulturalität zu Interkulturalität keineswegs so radikal ausgeprägt wie behauptet. Die Sprach- und Kulturdidaktik ist daher gefordert, begriffliche und konzeptuelle Klarheiten zu schaffen, damit transkulturelle Anliegen in die Theoriebildung gebührend aufgenommen und mit bestehenden Traditionen konstruktiv vermittelt werden können.

1Einleitung

Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff der Transkulturalität insbesondere mit Wolfgang Welschs Definition in Verbindung gebracht, weshalb seine Position einen zentralen Referenzpunkt bei den folgenden Überlegungen bildet. In Anlehnung an Laurenz Volkmann (2011:113-114) beinhaltet Welschs Vorstellung von Transkulturalität eine deskriptive und eine normative Dimension. Deskriptiv betrachtet steht der Begriff für kulturelle Hybridisierungsprozesse in einer globalen Moderne. Normativ wird damit ein neues Kulturbewusstsein propagiert, das verschiedenste Formen kultureller Vermischung und...

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