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Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht

Theorie und Praxis

Edited By Frauke Matz, Michael Rogge and Philipp Siepmann

Der Begriff des transkulturellen Lernens steht für ein breites Spektrum neuer Ansätze in der Fremdsprachendidaktik, deren gemeinsamer Nenner ein veränderter Begriff von Kultur, Identität und Differenz ist. Dieser Band versammelt Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz «Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht: Theorie und Praxis», die 2012 an der Ruhr-Universität Bochum stattfand. In ihren Beiträgen zeigen die Autorinnen und Autoren, welche neuen Perspektiven die transkulturelle Öffnung des Fremdsprachenunterrichts der Kultur- und Literaturdidaktik sowie internationalen Begegnungs-, Austausch- und Theaterprojekten eröffnet. Sie leisten damit einen Beitrag zur theoretischen Fundierung und Etablierung des Forschungsfelds des transkulturellen Lernens.
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Die Abkehr vom Differenzdenken: Transkulturelles Lernen und global education: Laurenz Volkmann

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Laurenz Volkmann

Abstract

Mit dem gegenwärtig sich in der Fremdsprachendidaktik ausdifferenzierenden Diskurs der Transkulturalität bahnt sich eine radikale Veränderung gegenüber den in den Kultur- und Literaturwissenschaften (und ihren Didaktiken) etablierten Paradigmen von Differenz und Diversität an. Dabei erscheinen die hier kritisch erörterten postmodernen Elemente von Transkulturalität noch recht unverbunden mit verwandten Didaktikkonzepten – wie etwa mit den seit der Jahrtausendwende stark geförderten Ansätzen der global education, zu denen neuerdings auch Richtungen der ecodidactics gehören. Der Beitrag beschreibt daher signifikante Berührungspunkte zwischen diesen philosophisch-hermeneutischen und pädagogisch-didaktischen Richtungen und verweist zugleich auf Gefahren einer ideologischen Positionierung der sich entfaltenden Paradigmen.

1Kritik am „Universalismus“: Kulturkritische Positionen der 1980er und 1990er Jahre

Die anhaltende Konjunktur transkultureller Konzepte in den Literatur- und Kulturwissenschaften sowie in pädagogisch-didaktischen Diskursen lässt sich zweifellos unter dem oft strapazierten Begriff des Paradigmenwechsels subsumieren. Transkulturelle Diskurse deuten auf Überwindungs- und Aufhebungsprozesse hin – Durchdringung, Auflösung und Überschreiten bisher etablierter Binarismen und Oppositionen. Sie verweisen auf die Ablösung eines spätestens seit der Studentenrevolte und bis in die 1980er und 1990er Jahre hinein etablierten Paradigmas in den Geisteswissenschaften und den ihnen affinen Fächern, welches vor allem von Differenz, Diversität und Pluralismus geprägt war. Die viele Jahrzehnte virulent propagierten Theorien postmoderner, poststrukturalistischer und dekonstrutivistischer Couleur schlugen sich in der Dominanz der so genannten race, class and gender studies nieder. Sie fanden ihren markanten Ausdruck in den identity politics...

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