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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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"Viel Glück und viel Segen …": Formelhafte Weisheiten zu Gesundheit und Wohlergehen

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Susanne Hose

"Viel Glück und viel Segen / auf all deinen Wegen / Gesundheit und Frohsinn / sei auch mit dabei." – Seit unseren Kindertagen schallt uns zum Geburtstag dieses eigentlich als Kanon komponierte Lied entgegen. Es gehört in Deutschland zu den populärsten Geburtstagsständchen, das im Kindergarten ebenso wie im Altenheim erklingt. Mit anderen Worten: Es begleitet uns im Leben "von der Wiege bis zur Bahre" – um eine viel genutzte Formel in volkskundlichen Untersuchungen zu verwenden, in denen es meist um Lebenslauf und Brauch geht.1 Im Chor mit Erwachsenen gesungen mischen sich beim Wort 'Frohsinn' die Stimmen, da manche an dessen Stelle 'Freude', andere wiederum 'Wohlstand' setzen. Der früheste Abdruck des Kanons erfolgte im Jungbrunnen: Liederbuch für Schule und Leben, das Adolf Seifert (1902–1945) 1932 im Kasseler Bärenreiter-Verlag herausbrachte und das in kurzer Zeit mehrere Nachauflagen erfuhr. Die Melodie stammt von Werner Gneist (1898–1980), der sie anlässlich einer Hochzeit komponiert haben soll, zu der dem jungen Paar neben Glück und Segen "Gesundheit und Wohlstand" gewünscht wurde, wobei letzteres nicht Reichtum meint, sondern eher gesicherte Verhältnisse, die ein Leben frei von materiellen Nöten ermöglichen.2 Der musisch begabte Volksschullehrer Gneist engagierte sich für die Singbewegung der 1920er Jahre, einer Jugendbewegung, die den bürgerlichen Materialismus ablehnte und im "Erlebnis der Einfachheit" ein neues Gemeinschaftsideal propagierte. Jemandem Reichtum im Sinne von Überfluss und Luxus zu wünschen, hätte seinen Überzeugungen vermutlich widersprochen.

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