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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Edited By Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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Wunder und Wirklichkeit in den Märchen Ludwig Bechsteins

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Hans-Jörg Uther

Das Märchen als literarische Erzählgattung bewegt sich zwischen Wirklichkeit und Wunder. Es ist nicht das Numinose oder das Wunderbare per se, das Erstaunen als ungewöhnliches Ereignis auslöst und in seiner Einmaligkeit unwiederholbar ist. Vielmehr ist das Wunder in Zauber- bzw. Wundermärchen selbstverständlich und wesentlicher Bestandteil der in der Wirklichkeit und in anderen Welten spielenden Handlung, wie es Lutz Röhrich in seiner Habilitationsschrift von 1954 trefflich beschrieben hat (52001 [11956]). Das Wunder bedarf keiner Erklärung und ist die Konkretisierung verborgener und eigentlich unerfüllbarer Wünsche in der Realität des Märchengeschehens. Diese Zielsetzung unterscheidet das Märchenwunder vom Wunder in Legende oder Sage – ist es dort doch Ausdruck einer geheimnisvollen übernatürlichen amorphen Wirkkraft, die den religiösen Menschen erschreckt oder fasziniert. Das Thema 'Wunder im Märchen' stand bereits im Zentrum der von Wilhelm Solms in Verbindung mit Charlotte Oberfeld 1986 in Marburg abgehaltenen Tagung Das selbstverständliche Wunder (Solms, 1986) und war Gegenstand eines gleichnamigen Symposiums an der Evangelischen Akademie Baden in Karlsruhe 1995 (Nagorni, 1996).

Wie vielfältig Wunder sein können, zeigt ein kurzer Blick in das Sachregister der Enzyklopädie des Märchens. Das Verzeichnis weist bis zum heute vorliegenden vierzehnten Band weit über 300 Einträge zu "Wunder" und Komposita aus. Die Fülle der Einträge überrascht, sind doch auch Hinweise zu finden auf Legendenwunder wie Bannwunder, Braten-, Blut-, Ernte-, Galgen-, Gespann-, Grab-, Quell-, Regen-,...

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