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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Edited By Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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Das Rad zurückdrehen: Auswirkungen der "Reform der Reform" (2006) auf die Rechtschreibung deutscher Idiome

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Ilpo Tapani Piirainen (†)

Vorbemerkungen

Seit über 1200 Jahren gibt es schriftliche Aufzeichnungen in deutscher Sprache. Die Geschichte dieser Sprache ist durch einen kontinuierlichen Wandel im Wortschatz, in der Morphologie und in der Phonologie charakterisiert. Durch die Entwicklung der Laute musste deren Wiedergabe in der Schrift entsprechend geändert werden; das Ziel war eine überregionale Kommunikation. Durch die ständigen Änderungen und regionalen Unterschiede im deutschen Sprachgebiet sind die älteren Handschriften und Drucke einem Muttersprachler von heute nicht verständlich: eine relative Stabilität der Sprache und damit auch eine Kommunikation auf der schriftlichen Ebene für den größten Teil der Bevölkerung wurden erst im 19. Jahrhundert erreicht. Die erste Norm für die deutsche Rechtschreibung wurde 1901 festgelegt und galt bis 2006 für alle deutschsprachigen Länder.

Historische Phraseologie und die Orthografie

In den einschlägigen Darstellungen zur historischen Phraseologie geht es meistens um Änderungen der Wortstellung, um eine Verringerung der Anzahl der Elemente, um eine Hinzufügung von Elementen, um einen Austausch von Lexemen sowie um Veränderungen in der syntaktischen Struktur und in der Bedeutung der Phraseme (Burger & Linke, 21998 [11984]). Die Ebenen der Grafemik und Orthografie spielen dabei zumeist eine untergeordnete Rolle, obwohl in Texten des 15.–17. Jahrhunderts eine Fülle von Idiomen erstmalig zu finden sind – in einer Sprachstufe, in der für die Sprache recht unbedeutende, aber bis heute kontrovers diskutierte Erscheinungen wie Groß- und Kleinschreibung und Zusammen- und...

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