Show Less
Restricted access

Kindgemäß und literarisch wertvoll

Untersuchungen zur Theorie des "guten Jugendbuchs</I> – Anna Krüger, Richard Bamberger, Karl Ernst Maier

Series:

Sonja Müller

Der dominante literaturtheoretische und -pädagogische Diskurs in Westdeutschland und Österreich der 1950er und 1960er Jahre zielte auf eine Festlegung dessen ab, was unter einem guten Jugendbuch zu verstehen sei. Die fachgeschichtliche Studie sucht die Argumentationen der wichtigsten Theoretiker des guten Jugendbuchs, Anna Krüger, Richard Bamberger, Karl Ernst Maier, nachzuzeichnen. Daneben kommen weitere Literaturpädagogen der Zeit mit ihren teils konservativen, teils progressiven Positionen zur Sprache. Die Auseinandersetzung mit den Kinderliteraturkonzepten dieser Epoche stellt sich als in vielerlei Hinsicht gewinnbringend für die aktuelle Theoriebildung heraus.
Show Summary Details
Restricted access

4. Kapitel: Richard Bamberger: „gutes Jugendbuch“ und Leseerziehung

Extract

Richard Bamberger, geboren 1911 in Meidling in Niederösterreich, war wohl der bekannteste österreichische Literaturpädagoge der Nachkriegszeit. Er prägte mehrere Jahrzehnte lang die Kinder- und Jugendliteraturforschung und die Leseerziehung in Österreich. Sein Name ist mit der Gründung zahlreicher Organisationen und Institutionen rund um die Kinder- und Jugendliteratur verbunden. Richard Bamberger320 war Volks-, Mittel- und Gymnasiallehrer, als Dozent an Volkshochschulen und in der Lehrerausbildung tätig, studierte Germanistik und Anglistik in Wien und promovierte 1938 über Die erste Aufnahme von Charles Dickens in der deutschen Literatur. Nach dem Krieg wendete sich Bamberger insbesondere der Kinder- und Jugendliteratur zu. Bereits 1949 merkte er in einem Vortrag an, dass eine wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kinder- und Jugendliteratur bislang nicht stattgefunden habe (vgl. Bamberger 1949, S. 9) und dass es zahlreiche Forschungs- und Wissenslücken auf diesem Gebiet gäbe (vgl. ebd., S. 15ff). In den folgenden Jahren wurden die Literatur- und Leseerziehung, die wissenschaftliche Forschung und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur Bambergers zentrale Themen.

Eine der nachhaltigsten Leistungen Richard Bambergers für die Leseerziehung in Österreich war die Gründung des Österreichischen Buchklubs der Jugend (= ÖBJ) im Jahr 1948. Bis 1981, also über dreißig Jahre lang, agierte Bamberger als Generalsekretär des ÖBJ. Unter seiner Leitung wuchs der Buchklub in den ersten zwanzig Jahren auf 850.000 Mitglieder an (vgl. dazu auch Kap. 4.6). Der ÖBJ entstand als Reaktion auf die zeitgenössische Entwicklung des kinderliterarischen Marktes nach 1945...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.