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Salafismus in Deutschland

Entstehung, Radikalisierung und Prävention

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Rauf Ceylan and Benjamin Jokisch

Salafismus zeigt sich derzeit hauptsächlich in der medial aufgearbeiteten Form des zeitgenössischen politischen Salafismus: radikal, schnell wachsend, national und international als aktuelle Bedrohung empfunden. Dem öffentlichen Diskurs fehlt es häufig an Information und Differenzierung. Es gilt einerseits, Gefahren nicht kleinzureden, um Prävention und angemessene Reaktion zu ermöglichen, und andererseits, diese Minderheit in der Minderheit daran zu hindern, das Bild der Muslime in der Mehrheitsgesellschaft zu prägen. Informierend und differenzierend untersucht der vorliegende Band das Thema Salafismus in zwei Teilen unter den Gesichtspunkten Geschichte und Gegenwart des Salafismus in der islamischen Welt und, dem Titel folgend, Salafismus in Deutschland. Radikalisierung und Prävention.
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Thesen zum Umgang mit der neosalafistischen Mobilisierung – Zwischen Hilflosigkeit und gezielter pädagogischer Intervention

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Michael Kiefer

I. Einleitung

Die Zahlen zur neosalafistischen Mobilisierung, die im Jahr 2013 von diversen deutschen Sicherheitsbehörden vorgestellt wurden, sind ohne jede Frage besorgniserregend. Der Neosalafismus – eine noch vor wenigen Jahren in Westeuropa nahezu bedeutungslose Randerscheinung des Islamismus – zählt heute alleine in Deutschland mehr als 5000 Anhängerinnen und Anhänger. Außerordentlich irritierend ist vor allem das schnelle Wachstum neosalafistischer Gruppierungen in den urbanen Siedlungsräumen. So zählte 2011 der Verfassungsschutz Nordrhein- Westfalen 500 Aktivisten. Zwei Jahre später vermeldete das Ministerium eine Verdreifachung der Anhängerschaft. Mittlerweile werden alleine in Nordrhein- Westfalen1500 überwiegend junge Männer der neosalafistischen Szene zugerechnet.1 Auch wenn nicht ganz klar ist, wie der Verfassungsschutz zu seinen Zahlen gelangt und wer überhaupt als Salafist angesehen werden kann, wird die erhebliche Zunahme der Szene auch von Expertinnen und Experten außerhalb der Sicherheitsbehörden nicht bestritten. Angesichts dieser Entwicklung scheint in allen gesellschaftlichen Feldern Handlungsbedarf geboten. Doch wie soll man mit der neosalafistischen Mobilisierung umgehen? Was können wir tun gegen eine aufsuchende Missionsarbeit von Szeneakteuren, die dazu geführt hat, dass mehr als 250 junge Männer als Kombattanten im syrischen Bürgerkriegsgeschehen ihr Unwesen treiben? Welche Möglichkeiten zur Prävention bestehen und wer sind jeweils die richtigen Akteure? Schließlich: Welche finanziellen Ressourcen müssen Bund und Länder bereitstellen, um eine nachhaltige Präventionsstrategie entwickeln zu können? Befriedigende Antworten auf diese wichtigen Fragen, vermag derzeit niemand zu geben. Ursache hierfür...

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