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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Das Bild vom Märchen. Otto Ubbelohdes Illustrationen zur Jubiläumsausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm 1907–1909: Rainer Zuch

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Rainer Zuch

Das Bild vom Märchen. Otto Ubbelohdes Illustrationen zur Jubiläumsausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm 1907–1909

Die Geschichte der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm wurde fast von Beginn an von der Frage nach der bildlichen Darstellung der Märchenwelt begleitet. Als Jacob und Wilhelm Grimm 1812 ihre erste Märchensammlung veröffentlichten, war sie bis auf ein Titelkupfer nicht illustriert. Die Grimms wollten als Philologen zunächst nur die Texte sprechen lassen. Doch bereits die Zweitauflage von 1819 enthielt einige Illustrationen ihres Bruders Ludwig Emil Grimm.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts etablierten sich die Grimm’schen Märchen als Bestandteil des bürgerlichen Bildungskanons. Nun wandten sich ihnen immer mehr Illustratoren zu wie Ludwig Richter, Ludwig Pietsch, Eugen Klimsch, Theodor Hosemann, Eugen Napoleon Neureuther oder Alexander Zick, um nur einige deutsche Namen zu nennen. Die grundsätzliche Frage, mit der sich die Illustratoren auseinanderzusetzen hatten, war: Wie visualisiere ich märchenhafte Inhalte, wie interpretiere und gewichte ich Märchen? Es ging darum, ob Märchen in erster Linie für Kinder gedacht sein sollten, die Märchen also ‚kindgerecht‘ zu präsentieren waren, oder ob es – in Deutschland ebenfalls eine zentrale Frage – um die Schaffung eines ‚deutschen Hausbuchs‘ ging, das als ein Beitrag zu einer deutschen Identität gedacht war.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm das Interesse weiter zu. Historisch fiel dies zusammen mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs und...

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