Show Less
Restricted access

Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

Series:

Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
Show Summary Details
Restricted access

Märchenbilderbücher der Gegenwart. Inszenierungen, Konzeptionen und Strategien: Gundel Mattenklott

Extract

Gundel Mattenklott

Märchenbilderbücher der Gegenwart. Inszenierungen, Konzeptionen und Strategien

Bühne und Inszenierung als Metaphern des Märchenbilderbuchs

Märchenbilderbücher gehören seit dem Siegeszug der Kinder- und Hausmärchen im 19. Jahrhundert einem eigenen Genre an. Ähnlich den Regisseuren, die im Theater häufig gespielte Dramen präsentieren und die bekannte Romane verfilmen, setzen Illustratoren die vertrauten Erzählungen immer neu in Szene. Ein individuell und epochal divers motiviertes Interesse lässt sie in einem bestimmten historischen Augenblick zu einem Text greifen, den sie aus ihrer Perspektive interpretieren. Sie vergegenwärtigen in ihren Szenen und Bildern den alten Text, drehen und wenden ihn nach den Ansprüchen und Konflikten der eigenen Gegenwart, bestätigen ihn oder widersprechen ihm und seinen bisherigen Deutungen. Sie entwerfen Konkretionen der imaginären Figuren, ihres Habitus, ihrer Handlungsräume, ihrer Kostüme, und setzen sie um in den je eigen rhythmisierten Bühnenraum, in die bewegten Filmbilder und die Bilderfolge im Buch.

Die mit der Metapher der Inszenierung vollzogene Annäherung der Illustration an das Theater ist für das Märchenbilderbuch auch aus weiteren Gründen plausibel: Seine ersten Erfolge haben im selben spätromantischen und biedermeierlichen Zeitraum des 19. Jahrhunderts eingesetzt wie die des Märchentheaters. Vor allem die kleinen Bühnen, die oft von Kindern bürgerlicher Familien im Haus selbst bespielt wurden, stehen dem Märchenbilderbuch nahe: das Figurentheater, das Schattenspiel, das Papiertheater, schließlich die Laterna Magica. Das...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.