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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Deutsche Erzählungen, japanische Ästhetik: Die Transkulturalität der Kinder- und Hausmärchen anhand Grimms Manga: Kristin Eckstein

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Kristin Eckstein

Deutsche Erzählungen, japanische Ästhetik: Die Transkulturalität der Kinder- und Hausmärchen anhand Grimms Manga

Einleitung

Die Erzählungen der Brüder Grimm sind tief in der japanischen Kinder- und Jugendliteratur verwurzelt; gehörten sie doch in der Meiji-Periode (1868–1912), in der sich Japan dem Westen zu öffnen begann, zu den ersten importierten und adaptierten, bereits damals mit Illustrationen japanischer Künstler versehenen Geschichten für ein jüngeres Publikum1. Wie auch in Deutschland wurden die Originalmärchen zugunsten der kindlichen Leser/-innen zunächst entschärft und waren daher für die Mangaka2 von geringem Interesse. Erst in den 1990er-Jahren wurden weitaus drastischere, explizitere Versionen der Märchen publiziert, die nun auch Horror-Motive und erotische Momente in sich vereinten und Einfluss nahmen auf die weiteren visuell-textlichen Interpretationen.3

Gegenwärtig existieren zahlreiche Adaptionen der Märchen in der japanischen Populärkultur und somit auch im Manga, die sich mal mehr und mal weniger an den Vorlagen orientieren. Darunter ist etwa Kaori Yukis zuweilen überaus blutrünstiges Werk Ludwig Revolution (2004–2007) zu nennen, in welchem ein exzentrischer, nekrophiler Prinz auf Brautschau geschickt wird und auf alle möglichen, mordlustigen Märchengestalten trifft. Oder auch Tamaoki Benkyos Tokyo Red Hood (2003–2004) über ein junges, unter Amnesie leidendes Mädchen, das sich selbst Little Red Riding Hood nennt und von einem Mr. Wolf aufgefressen werden möchte, um ihr irdisches Dasein zu beenden. Auch in populären Titeln wie One...

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