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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Märchen – Symbol – Drama: die Schlüsselfunktion der Kinder- und Hausmärchen für die frühen symbolistischen Dramen Maurice Maeterlincks: Susanne Friede

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Susanne Friede

Märchen – Symbol – Drama: die Schlüsselfunktion der Kinder- und Hausmärchen für die frühen symbolistischen Dramen Maurice Maeterlincks

Einleitung

Obwohl Maurice Maeterlinck viel beachtete Gedichte und naturwissenschaftliche Essays1 – etwa Das Leben der Bienen, Die Intelligenz der Blumen oder noch 1926 Das Leben der Termiten – verfasst hat, hat vor allem ein Text erheblich zu seinem Ruhm beigetragen: das Märchenspiel – Féerie – mit dem Titel Der blaue Vogel (L’oiseau bleu) von 1907, das im September 1908 in Moskau uraufgeführt wurde. Auf den ersten Blick scheint es in Maeterlincks dramatischem Werk vor allem dieses durch die Bezeichnung als Féerie auch explizit mit dem Märchen in Verbindung gebrachte Stück zu sein, das eine Rezeption vor dem Hintergrund intertextueller Verweise auf die ‚Gattung Grimm‘ nahe zu legen scheint.2 Besonders die Londoner Inszenierung vom Dezember 1909, die den ungeheuren internationalen Erfolg des genuin für die Bühne konzipierten Stücks im Wesentlichen begründete, trug durch ihre an der Ästhetik der Präraffaeliten orientierten Bühnenbilder und Kostüme (beides entworfen von Sidney Sime und Frederick Cayley Robinson) zu dessen Rezeption als Märchen bei.3

Tatsächlich sind es jedoch viel eher die frühen, seit 1891 entstandenen symbolistischen Dramen Maeterlincks, die von einer in der Forschung nur oberflächlich vermerkten Auseinandersetzung mit den Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen zeugen. Dabei ist es auch die Konzeption dieser Dramen als Lesestücke, die den intertextuellen Verweislinien im Wahrnehmungsprozess...

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