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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Zwischen Magie und Propaganda – DEFA-Verfilmungen von Märchen der Brüder Grimm: Christin Niemeyer

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Christin Niemeyer

Zwischen Magie und Propaganda – DEFA-Verfilmungen von Märchen der Brüder Grimm

Ideologische Prämissen der DEFA-Märchenfilmproduktion

Nach Kriegsende und der Aufteilung der Besatzungszonen hatte die „ideologisch-moralische Umerziehung des deutschen Volkes“1 für die sowjetischen Besatzer absolute Priorität. Erste und wichtigste Aufgabe war es, dieses vom Nazismus zer- und verstörte Land über die Verbrechen der Nazis aufzuklären und den Deutschen über eine gezielte ideologische Umerziehung die sozialistischen Werte zugänglich zu machen. Dazu bedienten sich die Sowjets vor allem der Massenmedien.2 Insbesondere griffen sie dabei auf ein Medium zurück, das sich schon beim Aufbau der UdSSR als besonders effizient erwiesen hatte und sowohl Lenins als auch Stalins besondere Wertschätzung besaß: die Kultur im Allgemeinen und das junge Medium Film im ganz Speziellen. In der UdSSR war der Film seit langem als sehr nützliches politisches Werkzeug, als ausgezeichnetes Propagandainstrument anerkannt. Lenin nannte ihn „die wichtigste aller Künste“3; Stalin sprach ihm in der sozialistischen Gesellschaft die Aufgabe zu, „der Arbeiterklasse und ihrer Partei [zu helfen], die Werktätigen im Geiste des Sozialismus zu erziehen, die Massen zum Kampf für den Sozialismus zu organisieren, ihr kulturelles Niveau zu heben und ihre politische Kampfbereitschaft zu stärken“.4 In diesem Zusammenhang entstand ab 1945 eine große Zahl von Kinosälen in der Sowjetischen Besatzungszone. Diese dienten zunächst vor allem der Verbreitung sowjetischer Filme; deutsche Filme wurden nur dann gezeigt, wenn sie vor 1933...

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