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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Kinder und Volksmärchen – Anmerkungen zu einer Erfolgsgeschichte: Rüdiger Steinlein

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Rüdiger Steinlein

Kinder und Volksmärchen – Anmerkungen zu einer Erfolgsgeschichte

Dass Jacob und Wilhelm Grimm ihrer Märchensammlung den Titel Kinder- und Hausmärchen gaben, sie also mit einem deutlichen Hinweis auf eine bestimmte Adressatengruppe – nämlich Kinder – versahen, darf nicht als Benennung eines bereits beim Erscheinen des ersten Bandes im Dezember 1812 tatsächlich so eingespielten Rezeptionsverhältnisses verstanden werden im Sinne von: Märchen sind Erzählungen, die speziell für Kinder gedacht und geschrieben sind.

1812 war der Titel Kinder- und Hausmärchen hingegen noch weitgehend Programm: Diese Texte sollten als (bürgerliches) Erziehungs- und erbauliches Lesebuch im Familienkreise dienen und nicht zuletzt auch Kindern in die Hand gegeben werden können.

Der Aufstieg des sogenannten Volksmärchens zur beliebten und pädagogisch geachteten Literaturgattung vollzieht sich im deutschsprachigen Raum seit dem späteren 18. Jahrhundert in zwei Phasen: Zunächst ging es darum, das Volksmärchen als unverfänglichen, volkstümlichen Lesestoff für jung und alt, als elementarste gemeinsame Lektüre im Schoß der bürgerlichen Familie zu etablieren.

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