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Die schönen Insel-Bilderbücher

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Roland Stark

Dieses Buch fußt, abgesehen einmal von den langjährigen Arbeiten des Verfassers zur Geschichte des Kinderbuchs, auf der Auswertung des Siegfried Unseld-Archivs im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Geboten wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, den Aufbau und die Inhalte und Themen dieses besonderen Kinderbuchprogramms im Insel Verlag. Herausgestellt werden die Künstler und Autoren dieses Programms, der Verleger Siegfried Unseld und vor allem die Leitfigur Elisabeth Borchers. Verwiesen wird darüber hinaus auf das Verlagssegment des Bilderbuchs, zu dem auch theoretische Überlegungen angestellt werden. Die Wiedergabe zahlreicher Stellungnahmen und Rezeptionsdokumente lässt die wechselvolle Geschichte des Bilderbuchs im Insel Verlag lebendig werden. So entsteht ein Szenario von Zuspruch und Anerkennung, die inhaltliche und künstlerische Qualität der Bilderbücher betreffend. Schließlich wird den Gründen für das Scheitern dieser großartigen Unternehmung nachgegangen. Die vorliegende Publikation fungiert auch als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf.
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Die historischen Anfänge

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Die Geschichte des Bilderbuchs der „Insel“ reicht bis in die Verlagsanfänge um 1900 zurück. Auch damals schon ist diese Publikation ein Vorstoß in Neuland, verknüpft mit dem (für diese Zeit) avantgardistischen Versuch, die verkrustete Bilderbuchlandschaft aufzubrechen. Verbunden ist dieser Ansatz mit dem Titel Fitzebutze und den Namen Paula und Richard Dehmel als Autoren sowie Ernst Kreidolf als Illustrator. Das sind Namen, die auch heute noch für Aufbruch in Neuland gültig sind - mit Recht erleben sie in den Faksimiledrucken der 70er und 80er Jahre eine Renaissance.

Richard Dehmel hatte für die Verse seiner ersten Frau und seine eigenen Kindergedichte Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur nach einem geeigneten Bilderbuchkünstler, sondern auch nach einem Verleger gesucht. Nach vielen vergeblichen Anläufen wurde ihm dann Ernst Kreidolf als Illustrator empfohlen, dessen Blumenmärchen 1898 eine begeisterte Zustimmung in der Presse ausgelöst hatten. Die Verlagssuche wurde ihm unerwartet über seinen Freund Otto Julius Bierbaum erleichtert, der ihm empfahl, sich an Rudolf Alexander Schröder zu wenden. Schröder hatte gemeinsam mit seinem Vetter Alfred Walter Heymel den Insel-Verlag gegründet, Bierbaum war als Redakteur und Mitherausgeber engagiert worden.

Am 12.9.1899 schrieb Dehmel an Schröder: „Hochgeehrter Herr! Auf Bierbaums Anraten erlaube ich mir, Ihnen Folgendes auseinanderzusetzen.

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