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Die schönen Insel-Bilderbücher

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Roland Stark

Dieses Buch fußt, abgesehen einmal von den langjährigen Arbeiten des Verfassers zur Geschichte des Kinderbuchs, auf der Auswertung des Siegfried Unseld-Archivs im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Geboten wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, den Aufbau und die Inhalte und Themen dieses besonderen Kinderbuchprogramms im Insel Verlag. Herausgestellt werden die Künstler und Autoren dieses Programms, der Verleger Siegfried Unseld und vor allem die Leitfigur Elisabeth Borchers. Verwiesen wird darüber hinaus auf das Verlagssegment des Bilderbuchs, zu dem auch theoretische Überlegungen angestellt werden. Die Wiedergabe zahlreicher Stellungnahmen und Rezeptionsdokumente lässt die wechselvolle Geschichte des Bilderbuchs im Insel Verlag lebendig werden. So entsteht ein Szenario von Zuspruch und Anerkennung, die inhaltliche und künstlerische Qualität der Bilderbücher betreffend. Schließlich wird den Gründen für das Scheitern dieser großartigen Unternehmung nachgegangen. Die vorliegende Publikation fungiert auch als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf.
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Die zweite Etappe der 70er Jahre

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Elisabeth Borchers reagierte mit einigen punktuellen, für Sortiment und Adressat nahezu unmerklichen Veränderungen. Sie bestanden vor allem aus Näherungen an neue Themen. An Siegfried Unseld berichtete sie im Juli 1973 über ihr Treffen mit Walter Scherf, den Leiter der internationalen Jugendbibliothek und Nachfolger von Jella Lepmann. Elisabeth Borchers ist fasziniert von der Möglichkeit, über alte Bilderbücher verfügen zu können; sie ist aber zugleich erschreckt von der mangelnden Kompetenz dieses Fachmannes gegenüber den Qualitätsansprüchen des zeitgenössischen Bilderbuchs. „Und hier beginnt das Dilemma, das mir in Bologna klar wurde: sein künstlerisches und literarisches Verständnis schreit gen Himmel. Unter den für die Amerikaner zusammengestellten „allerbesten“ deutschen Kinderbüchern befand sich von uns lediglich das Drachen- und Traumbuch. 90% der übrigen deutschen Titel waren indiskutabel.“ notiert sie. (Elisabeth Borchers Aktennotiz 11.7.1973, Insel Archiv)

Zugleich unternimmt sie das Wagnis, eine Luxusausgabe zu edieren. Walter Schmögner soll Das unendliche Buch machen, und Elisabeth Borchers schreibt dazu am 10. Mai 1973: „Lieber Herr Staudt, als wir während der Vertreterkonferenz über „Walter Schmögner“ sprachen fehlten mir die interessantesten Angaben: ich habe völlig vergessen, wie hoch die Auflage der Luxusausgabe sein soll. Wenn ich mich recht erinnere, war von einem Preis von 160.- die Rede. Die Vertreter sind der Meinung, daß ein solches Buch getrost DM 250.- kosten könne. In diesem Fall allerdings wäre es gut, wenn wir eine farbige Grafik beilegen könnten.“ Man...

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