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Von Homer bis Theodosius dem Großen

Sechzehn historische Fiktionen mit Themen der griechischen und römischen Geschichte

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Gunther Gottlieb

Was wäre geschehen, wenn…? Diese Frage wird an zentralen Ereignissen und großen Persönlichkeiten der griechischen und römischen Geschichte bearbeitet, wobei die Einbindung in den jeweils kulturellen Kontext Beachtung findet. Ziel des Buches ist es, Gedankenspiele einzuüben, Argumentationen zu erfinden und zu überprüfen sowie tiefer einzudringen in Pläne, Vorstellungen, Wünsche und Absichten von Einzelpersönlichkeiten oder Gemeinschaften. Die sechzehn Kurzessays verstehen sich als kulturgeschichtlich ausgerichteten Beitrag zur historischen Literatur.
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Mußte Karthago zerstört werden?

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Um es gleich klarzustellen: nein! Karthago mußte 146 v. Chr. durchaus nicht dem Erdboden gleichgemacht werden. Ebensowenig wie Korinth, das die Römer im selben Jahr zerstörten, oder die Tempel von Sardes, der Hauptstadt der persischen Satrapie Lydien, welche die mit den aufständischen Ionern vereinigten Athener im Jahre 500 v. Chr. niederbrannten, oder der Tempel der Athene auf der Akropolis, das Wahrzeichen und zentrale Heiligtum Athens, das die Perser 480 v. Chr. zerstörten, oder Persepolis, die Residenz der Perserkönige, die Alexander 330 v. Chr. einäscherte. Spektakuläre Beispiele aus dem Altertum! Solche aus Mittelalter und Neuzeit ließen sich unschwer anfügen!

Die Römer hatten den Dritten Punischen Krieg (149–146 v. Chr.) siegreich beendet. Karthago war dauerhaft geschwächt, nach außen war es zur Ohnmacht verurteilt, an eine Wiederherstellung der alten Herrlichkeit war nicht zu denken. War genau genommen schon nach dem Zweiten Punischen Krieg nicht mehr zu denken; denn die Römer hatten mit dem Königreich Numidien der Handelsstadt Karthago, bildlich gesagt, einen Wächter vor die Tore gesetzt. Zumal der den Römern ergebene König Massinissa war darauf bedacht, jegliche freie Entfaltung Karthagos zu unterbinden. Er durfte sich in seinem Eifer stets der Billigung durch den römischen Senat sicher sein, obwohl die Karthager die Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag von 202 v. Chr. ohne Widerstände erfüllten. Allerdings nahm die antirömische Stimmung in Karthago zu. Sie entlud sich schließlich in...

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