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Von Homer bis Theodosius dem Großen

Sechzehn historische Fiktionen mit Themen der griechischen und römischen Geschichte

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Gunther Gottlieb

Was wäre geschehen, wenn…? Diese Frage wird an zentralen Ereignissen und großen Persönlichkeiten der griechischen und römischen Geschichte bearbeitet, wobei die Einbindung in den jeweils kulturellen Kontext Beachtung findet. Ziel des Buches ist es, Gedankenspiele einzuüben, Argumentationen zu erfinden und zu überprüfen sowie tiefer einzudringen in Pläne, Vorstellungen, Wünsche und Absichten von Einzelpersönlichkeiten oder Gemeinschaften. Die sechzehn Kurzessays verstehen sich als kulturgeschichtlich ausgerichteten Beitrag zur historischen Literatur.
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Valerius Licinianus Licinius siegt über Konstantin

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Schicksalsort Adrianopel, 323 und 378: zwei Schlachten, zwei Niederlagen für römische Kaiser, 323 Licinius im Bürgerkrieg mit Konstantin um die Alleinherrschaft; 378 Valens im Kampf gegen die ins Reich eingefallenen Goten. Beide Ereignisse waren Wendemarken. Dem ersteren gilt unsere Aufmerksamkeit!

Seit 313 hatten Konstantin und Licinius gemeinsam regiert. Aber richtig zur Ruhe gekommen war das Römische Reich nicht während dieser Zeit. Eigentlich seit 306 nicht! Was war die Ursache für diesen Zustand der Unsicherheit? Welche Aufgaben und Anforderungen standen im Mittelpunkt? Die Religionspolitik und die Christenfrage? Die Verteidigung der gefährdeten Grenzen und die Sicherheit der Provinzen? Oder waren es die Rivalitäten zwischen den rechtmäßig regierenden Kaisern und das Drängen sich zurückgesetzt fühlender Herrschersöhne, was zu immer neuen Bürgerkriegen führte? Eine Gewichtung vorzunehmen, ist schier aussichtslos. An allen Ecken und Enden waren die Kaiser gefordert. Trotz dieser Anspannung hatten die Kämpfe um die Macht zweifellos einen Vorrang und nahmen immer wieder die erste Stelle ein: achtzehn Jahre Zwietracht und Verwirrung nach der Abdankung Diokletians, fünf Bürgerkriege! 323 bedeutete jedenfalls einen Einschnitt, weil das Reich wieder unter einem Herrscher stand, Konstantin. Damit erfüllte sich der Überlieferung nach, wie sie die siegreiche Partei propagierte, eine Prophezeihung Gottes, zunächst durch Apoll gegeben, dann durch des Christengottes Beistand in der Schlacht an der Milvischen Brücke bestätigt.

Abb. 34: Aureus, VS: Licinius I. RS: Victoria, 313 n. Chr...

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