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Rollenspiele

Musikpädagogik zwischen Bühne, Popkultur und Wissenschaft- Festschrift für Mechthild von Schoenebeck zum 65. Geburtstag

Edited By Thomas Erlach and Burkhard Sauerwald

Die wissenschaftliche Musikpädagogik ist auf vielfältige Weise mit benachbarten Disziplinen vernetzt. Hinter dem Titel Rollenspiele verbergen sich 28 Grenzgänge in den Bereichen Musik und Bühne, Musikpädagogik als Wissenschaft sowie Musik und Popularität. Die wissenschaftlichen Beiträge dieses Bandes stammen sowohl von Autorinnen und Autoren des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund als auch von namhaften auswärtigen Verfasserinnen und Verfassern. Sie alle bedanken sich damit bei Mechthild von Schoenebeck für ihr jahrelanges Wirken als Professorin am größten Schulmusik-Institut des Landes.
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Koanga von Frederick Delius – eine afroamerikanische Oper: Hans-Joachim Erwe

Wovon handelt Koanga? Eine knappe Inhaltsangabe

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Koanga von Frederick Delius –eine afroamerikanische Oper

Hans-Joachim Erwe

30. März 1904 – Im Stadttheater Elberfeld1 wird die Oper Koanga uraufgeführt. Eine Oper, deren Schauplatz sich auf einer in Louisiana gelegenen Plantage am Mississippi befindet! Eine Oper, deren Titelgestalt ein afrikanischer Prinz und Voodoo-Priester ist! Eine Oper, zu deren weiterem Personal Sklaven, kreolische Tänzer und eine Mulattin2 namens Palmyra gehören! Eine Oper, deren Partitur – diskret zwar, aber unüberhörbar – Elemente afroamerikanischer Musik in sich aufgenommen hat! Der zu jener Zeit noch weitgehend unbekannte Komponist dieser Oper ist jedoch keineswegs afroamerikanischer Herkunft, sondern ein mit 42 Jahren nicht mehr ganz junger Engländer, dessen Vorfahren einer in Ostwestfalen beheimateten Kaufmannsdynastie entstammten. Mitte der 1850er Jahre waren seine Eltern von Bielefeld nach Yorkshire ausgewandert. Sein Name ist Frederick Delius3.

Mit Koanga gelangte wohl zum ersten Mal eine Oper, die im Milieu der US-amerikanischen Südstaaten angesiedelt ist und deren Musik Anleihen bei afroamerikanischer Musik genommen hat, auf die Bühne. Dies geschah, bevor Scott Joplin 1911 seine Oper Treemonisha veröffentlichte, die erst 1975 zur viel beachteten Uraufführung gelangen sollte. Und es ereignete sich mehr als drei Jahrzehnte vor der Premiere von Porgy and Bess im Jahre 1935, jenem herausragenden Werk von George Gershwin, auf das er bereits 1922 mit seinem als „Opera Ala Afro-American“ bezeichneten Einakter Blue Monday vorausgedeutet hatte. Die vermutlich erste Oper aus der Feder eines afroamerikanischen Komponisten stammte von John Thomas Douglass (1847–1886). Er hatte eine...

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