Show Less
Restricted access

Rollenspiele

Musikpädagogik zwischen Bühne, Popkultur und Wissenschaft- Festschrift für Mechthild von Schoenebeck zum 65. Geburtstag

Edited By Thomas Erlach and Burkhard Sauerwald

Die wissenschaftliche Musikpädagogik ist auf vielfältige Weise mit benachbarten Disziplinen vernetzt. Hinter dem Titel Rollenspiele verbergen sich 28 Grenzgänge in den Bereichen Musik und Bühne, Musikpädagogik als Wissenschaft sowie Musik und Popularität. Die wissenschaftlichen Beiträge dieses Bandes stammen sowohl von Autorinnen und Autoren des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund als auch von namhaften auswärtigen Verfasserinnen und Verfassern. Sie alle bedanken sich damit bei Mechthild von Schoenebeck für ihr jahrelanges Wirken als Professorin am größten Schulmusik-Institut des Landes.
Show Summary Details
Restricted access

Die Bedeutung des Spiels in der Musikpädagogik: Christoph Richter

I

Extract

Die Bedeutung des Spiels in der Musikpädagogik

Christoph Richter

Um den Spielcharakter der Musik und um den pädagogischen Umgang mit Musik als Spielhandlung zu beschreiben, wähle ich aus der großen Fülle der Spieltheorien und ihrer Anwendungen auf die Kunst drei aus:

–die ontologische Ableitung der Kunst aus dem Spiel von Hans-Georg Gadamer („Wahrheit und Methode“),1

–die Auffassung des Spiels als eines Weltsymbols von Eugen Fink („Spiel als Weltsymbol“),2

–und die Darstellung des Spiels als eines anthropologischen Phänomens („homo ludens“) von Johan Huizinga („Vom Ursprung der Kultur im Spiel“).3

Mit Hilfe dieser drei Konzepte versuche ich, das Spiel und das Spielen als ein Verhalten, als eine Tätigkeit und als eine Seinsbestimmung des Menschen zu verdeutlichen. Mein Anliegen ist es, diese Beschreibungen und die Auffassungen des Spiels als Möglichkeiten des Erlebens, des Verstehens von Musik und des Musizierens darzustellen.

Nachdem Hans-Georg Gadamer den Begriff des Spiels zunächst in seinem grammatisch-medialen Verständnis skizziert hat – das Hin und Her der Wellen, des Windes, der unbeabsichtigten Bewegungen von Tieren und Menschen – erörtert er, dass das mit Absicht vollzogene Spiel des Menschen stets ein Spielen ‚von etwas’ ist; etwa das kindliche Spielen, ein Lokomotivführer, eine Mutter, ein Lehrer zu sein. Die nächste Stufe des Spiels besteht darin, dass das Spielen ‚von etwas’ auch noch ein Spielen ‚für andere’ darstellt. Dies macht Gadamer am Schauspiel, z....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.