Show Less
Restricted access

Bürgerliche Familienfeste im Wandel

Spielarten privater Festkultur in Weimar und Jena um 1800

Series:

Susan Baumert

Feste strukturieren Zeit, bilden Rhythmen, ordnen Zusammenhänge und ermöglichen Orientierung. Zudem bringen sie die soziale Identität der Feiernden und deren individuelle Emotionen zum Ausdruck. Aber wie formiert sich am Ende des 18. Jahrhunderts ein neues Verständnis des Festlichen? Welchen Einfluss hat in diesem Zusammenhang das erstarkende Bürgertum? Und wie gestaltet sich diese Transformation in einem dichten Ereignisraum wie Weimar-Jena? Die Autorin gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen des Festlichen. Im Mittelpunkt steht dabei der private Raum der bürgerlichen Familie. Anhand zahlreicher bisher noch nicht berücksichtigter Quellen stellt sie die Feste des Lebens- beziehungsweise Jahreslaufes dar. Dabei zeigt gerade der Wandel des Festlichen das erstarkende Selbstverständnis des Bürgertums.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel I: Der bürgerliche Geburtstag

Extract

Kapitel I:  Der bürgerliche Geburtstag

Prolog

Der Geburtstag zählt heute zu jenen als Selbstverständlichkeiten empfundenen Ereignissen, welche Jahr für Jahr festlich begangen werden.126 Dieser Selbstverständlichkeit zum Trotz verleihen sie indes dem biologischen Rhythmus des Lebens einen wesentlichen Teil seines kulturellen Gepräges und helfen dem Individuum ein Stück weit, sich der Sinnhaftigkeit und Bedeutung der menschlichen Existenz zu versichern.127 Dieses persönliche Ereignis bietet die Möglichkeit, den eigenen Lebenslauf bewusst zu gliedern, immer wieder von neuem Bilanz zu ziehen und den eigenen Weg zu überprüfen.128 ← 43 | 44 →

Als weltlicher Festtag stellt der Geburtstag das Individuum selbst, die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit seiner irdischen Existenz in den Mittelpunkt. Er thematisiert und interpretiert die Entwicklung und die Veränderung des individuellen Lebens und gehört folglich zu den personengebunden Festen der chronologisch fließenden Lebenszeit.129

A.  Historische Aspekte

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.