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Edited By Péter Bassola, Ewa Drewnowska-Vargáné, Tamás Kispál and János Németh

Textbezogene Forschungsfragen werden im Spannungsfeld von unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen, wie z. B. Grammatik, Pragmalinguistik, kognitive Linguistik, Lexikologie, Sprachgeschichte, Kontrastive Linguistik, Kontrastive Textologie, Text- und Diskurslinguistik, Textdidaktik, Bildlinguistik und Übersetzungstheorien in den einzelnen Beiträgen dieses Bandes behandelt und diskutiert. Eine solche Ausrichtung bedeutet bereits innerhalb der Sprachwissenschaft eine gegenseitige interdisziplinäre Bereicherung, welche durch das Heranziehen der germanistischen Literaturwissenschaft und der Rechtswissenschaft an die Diskussion um diverse Text-Fragen für die moderne Textforschung nur von Gewinn sein kann. Demzufolge sind hier über das engere sprachwissenschaftliche Fachgebiet hinaus literatur- und rechtswissenschaftliche Beiträge ebenfalls vertreten.
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Die Linguistik des Textes in der Poetik von Aristoteles

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Abstract

Nach den Handbüchern über die Geschichte der Sprachwissenschaft reichen die Wurzeln der Disziplin weit in die Antike zurück: Dionysios Thrax (2. Jh. v. Chr.) und Apollonios Dyskolos (2. Jh. n. Chr.) sollen die ersten Grammatiken erschaffen haben. Diese Darstellungen lassen jedoch in der Regel die Grammatik von Aristoteles (4. Jh. v. Chr.) außer Acht, obwohl die Kapitel 19. bis 21. seiner Poetik einen vollständigen Umriss der Grammatik der griechischen Sprache enthalten. Die Poetik, wie bekannt, beinhaltet auch eine explizite Stilistik für die Charakterisierung der dichterischen Sprache (Metapher), und – mehr oder weniger implizit, und daher unbeachtet – eine Texttheorie für dichterische Werke (Mythos). Die letztere einzusehen, braucht man eine Revidierung der deutschen StandardÜbersetzung der Poetik von Manfred Fuhrmann (1982) bzw. auch die neueste Übersetzung von Arbogast Schmitt (2011) und die Einbeziehung logisch-mathematischer Überlegungen von Aristoteles und Gottlob Frege zum Aufbau von zusammengesetzten sprachlichen Formeln für einfache und komplexe Entitäten von den Vokalen bis zum Text sowie für einfache Ereignisse bis zu ganzen Handlungen.

1 Abriss der Problematik

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollzog sich eine bedeutende Verschiebung des Forschungsinteresses innerhalb der Sprachwissenschaft: immer mehr Wissenschaftler wandten sich von der Satzgrammatik der Textlinguistik zu. Die Neuheit der Forschungsrichtung wurzelt nicht in dem neuen Gegenstand „Text“. Mit den verschiedenen Klassen von Texten befasste man sich bereits in der Antike. Wir können sogar festhalten, dass die Frage des „richtigen“ Aufbaus eines Textes...

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