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Controlling, Compliance und Corporate Governance

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Edited By Joachim Gruber, Gabriele Günther and Horst Muschol

Dieser Sammelband enthält Beiträge über die Interne Revision und zur Funktion und Bedeutung des Controllings. Darüber hinaus werden auch personalwirtschaftliche und arbeitsrechtliche Themen sowie Fragen des Produktportfolios und der Bedarfsplanung erörtert. Ein Beitrag analysiert die wirtschaftliche Situation in der Slowakei.
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Arbeitszeugnisse - realistische Leistungsbewertung oder Lobhudelei?: Joachim Gruber

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Prof. Dr. Joachim Gruber

Ein ganz wesentliches Instrument zur Leistungsbewertung und damit zur Führung der Mitarbeiter ist das Zeugnis. Dieses ist im Gesetz nur rudimentär geregelt. § 109 Gewerbeordnung sagt, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Zeugnis hat und dass das Zeugnis keine Merkmale oder Formulierungen enthalten darf, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen. Weitere Vorgaben macht das Gesetz nicht. Jedoch hat die Rechtsprechung rechtsschöpferisch zahlreiche weitere Grundsätze aufgestellt. Einige dieser Regeln sollen im Folgenden dargestellt werden. Ausgangspunkt unserer Überlegungen sind jeweils praktische Fälle1.

Fall: Ein Arbeitnehmer möchte in seinem Zeugnis die Formulierung haben, dass sein Verhalten „immer einwandfrei“ war. Da er in seiner fünfjährigen Betriebszugehörigkeit viermal zu spät zur Arbeit kam (es handelte sich um Zeitspannen von fünf bis zwanzig Minuten, um welche die Kernarbeitszeit nicht eingehalten wurde), lehnt der Arbeitgeber eine solche Formulierung ab. Wie ist die Rechtslage?

Lösung: Im Interesse des beruflichen Fortkommens des Arbeitnehmers ist das Zeugnis wohlwollend zu fassen2. Deshalb ist Grundlage des Zeugnisses das Verhalten, das für den Arbeitnehmer kennzeichnend ist. Einmalige Vorfälle oder Umstände, die für den Arbeitnehmer, seine Führung und Leistung nicht charakteristisch sind, gehören nicht in das Zeugnis. Auf der anderen Seite kann dem Arbeitnehmer auch bei kleineren Auffälligkeiten oder einem einmaligen Fehlverhalten zu bescheinigen sein, dass sein Verhalten...

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