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Integrationsforschung im Rechtskreis des deutschen Sozialgesetzbuches II

Endbericht zur Wirksamkeit der Integration von Langzeitarbeitslosen nach dem Ingeus-Programm in München und Berlin- Unter Mitwirkung von Pamela Finley

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Hannes Spengler and Franz Egle

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist eines der wichtigsten Ziele der deutschen (und europäischen) Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik.
Die Mannheimer Forschungsgesellschaft für Arbeit und Bildung (MAFAB) führte als Tochterunternehmen des Heinrich-Vetter-Forschungsinsituts (HVFI) einen Forschungsauftrag der Ingeus Deutschland GmbH zur Untersuchung der Wirkungen ihres spezifischen Arbeitsvermittlungskonzepts durch. Die in diesem Bericht enthaltenen Auswertungen und Forschungsergebnisse beziehen sich auf die Arbeitsmarkt-Integrationsprojektevon Ingeus in München und Berlin. Dabei reichte das Forschungsinteresse weit über Analysen der Integrationserfolge hinaus; zusätzlich wurden Zufriedenheits- und Wirkungsanalysen sowie Methodenprüfungen durchgeführt.
Im Rahmen der Studie konnten aufschlussreiche Erkenntnisse über den innovativen Vermittlungsansatz von Ingeus gewonnen weren. So zeigt sich beispielsweise, dass Ingeus überdurchschnittliche Vermittlungsquoten erreicht und dieser Vermittlungserfolg weitgehend unabhängigvom Qualifikationsniveau der SGB II-Kunden ist.
Selbst für arbeitsmarktferne Kundengruppen, wie z.B. Ältere oder Langzeitarbeitslose oder Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, werden immer noch Wiedereingliederungsquoten erreicht, die im Bereich des allgemeinen Bundesdurchschnitts liegen.
Interessante Erkenntnisse ergeben sich nicht nur für Personen, die an Arbeitsmarkdienstleistungen interessiert sind. Auch für Akteure und Entwickler von arbeitsmarkpolitischen Instrumenten, wie z.B. Experten aus der Arbeitsmarkt und Sozialpolitik, die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter sowie Arbeitsmarktforscher, sind die Ergebnisse aufschlussreich.
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1. Einleitung

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Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist eines der wichtigsten Ziele der deutschen (und europäischen) Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik. Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu reduzieren, stellt für die öffentliche Hand einen Nutzen in doppelter Hinsicht dar: Bei geringerer Arbeitslosigkeit werden nicht nur Sozialleistungen eingespart, sondern – einen Übergang in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vorausgesetzt – von den sonst zuwendungsbedürftigen Personen auch (zusätzliche) Sozialversicherungsbeiträge erwirtschaftet. Hinzu kommen zusätzliche Steuereinnahmen und zusätzliche Wertschöpfung und die dazugehörigen Multiplikatoreffekte, die durch den zusätzlichen Konsum in Gang gesetzt werden. Über diese direkten pekuniären Wirkungen hinaus, profitiert ein Staat mit niedriger (Langzeit-)Arbeitslosigkeit auch von vermiedenen indirekten negativen Effekten. Häufig wird anhaltend hohe Arbeitslosigkeit als eine Ursache rückläufiger sozialer Kohäsion und des Zerfalls der sozialen Normen einer Gesellschaft gesehen. Zahlreiche empirische Forschungsarbeiten können belegen, dass sich die Abnahme sozialer Kohäsion und die Erosion sozialer Normen in einer erhöhten Kriminalitätsbelastung niederschlagen (siehe hierzu z.B. Entorf/Spengler 2002 und die darin zitierte Literatur).

Ein hoher Anteil der Arbeitslosen wird in Deutschland schon seit vielen Jahren von sogenannten schwer vermittelbaren Arbeitslosen gebildet. Einen wichtigen Teil der schwer vermittelbaren Arbeitslosen stellen wiederum die Langzeitarbeitslosen – also Menschen mit einer Arbeitslosigkeitsdauer von mindestens einem Jahr –dar. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen in Deutschland beträgt seit vielen Jahren ca. ein Drittel oder mehr (im Jahr 2000 waren es z.B. 37 Prozent und zuletzt im Jahr 2011 32 Prozent). Betrachtet man anstelle des...

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