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Sprachlernberatung – Sprachlerncoaching

Unter Mitarbeit von Claudia-Elfriede Oechel-Metzner

Series:

Annette Berndt and Ruth-Ulrike Deutschmann

Die Beiträge der Anthologie Sprachlernberatung – Sprachlerncoaching aus der Reihe Fremdsprachen lebenslang lernen richten sich sowohl an Praktiker als auch Theoretiker aller Fremdsprachendidaktiken. Es werden theoretische, definitorische, konzeptionelle und forschungsmethodologische Aspekte behandelt und kritisch diskutiert. Die thematische Bandbreite reicht von der klassischen Sprachlernberatung über Formen der Beratung für spezielle Lernergruppen bis hin zum systemisch-konstruktivistischen Sprachlern-Coaching. Zudem werden unterschiedliche Settings aus der Praxis der Sprachlernberatung vorgestellt.
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Lernberatung im Integrationskurs mit Alphabetisierung – vom Beratungsziel zum Lernplan

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Lernberatung als Möglichkeit der Förderung selbstgesteuerten Lernens ist seit ca. 10 Jahren Teil der fremdsprachendidaktischen Angebote von Universitäten. Das eigene Lernen zu reflektieren und sich mit Lernproblemen auseinanderzusetzen, spielt auch bei Teilnehmenden im Integrationskurs mit Alphabetisierung eine wichtige Rolle. Im vorliegenden Beitrag wird dafür ein Konzept der Lernberatung mit wenig literalisierten Zuwanderern im Alphabetisierungskurs vorgestellt, welches im Rahmen des Projektes Leipziger Lernberatung in Integrationskursen mit Alphabetisierung entwickelt wurde. Im Mittelpunkt steht dabei die Lernzielbestimmung, die als Ausgangspunkt der Lernberatung die Basis für das Erstellen des individuellen Lernplanes bildet.

1. Einleitung

Seit 2007 haben Zuwanderer in Deutschland die Möglichkeit, in speziellen Integrationskursen mit Alphabetisierung Lesen und Schreiben innerhalb eines Sprachkurses zu lernen. Die Zielgruppe dieser Kurse ist durch eine starke Heterogenität gekennzeichnet. Dies betrifft im Besonderen die bisherigen schulischen Lernerfahrungen der Personen sowie deren Grad der Schriftbeherrschung in der Erstsprache. Laut einer Untersuchung, die im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge durchgeführt wurde, hat ca. ein Viertel der Teilnehmenden im Integrationskurs mit Alphabetisierung noch nie eine Schule besucht, mehrheitlich handelt es sich dabei um Frauen (Schuller; Locker; Rother & Hörner 2012: 39). Gleichzeitig hat ca. ein Drittel der Kursteilnehmenden die Schule in ihrem Herkunftsland neun Jahre und länger besucht (ebd.). Bezogen auf den Grad der Alphabetisierung verfügt fast die Hälfte der Kursteilnehmenden lediglich über rudimentäre schriftsprachliche Kenntnisse und kann demnach in der Erstsprache nur bedingt lesen und schreiben (Schuller...

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