Show Less
Restricted access

Die «Spectators» in Spanien

Die kleinen Schriften der 1780er Jahre

Series:

Klaus-Dieter Ertler, Elisabeth Hobisch and Andrea Maria Humpl

Die Moralischen Wochenschriften oder Spectators sind eine aus der protestantischen Ethik des frühen 18. Jahrhunderts stammende Gattung, die sich in den katholischen Ländern tendenziell mit einer Verzögerung von einem halben Jahrhundert etablierte. In Spanien dominierten zwei Wochenschriften, die jeweils eine ganze Dekade prägten: El Pensador (1760er Jahre) und El Censor (1780er Jahre). Diese Studie beschreibt die im zeitlichen Umfeld des Censor entstandenen kleineren Wochenschriften wie etwa El Curioso Entretenido, El Apologista Universal, El Duende de Madrid sowie El Argonauta Español und untersucht ihre formalen und thematischen Charakteristika.
Show Summary Details
Restricted access

El Apologista Universal

Extract



Policarpo Chinchilla Galiano (Pedro Centeno)

(1786–1788)

1. Formale Gestaltung

1.1 Autor und Publikationsweise1

Pedro Centeno, ein Augustinermönch, gab die Zeitschrift unter dem vollständigen Titel El Apologista Universal. Obra periódica que manifestará no sólo la instrucción, exactitud y bellezas de las obras de los autores cuitados que se dexan zurrar de las semicríticos modernos sino también el interés y utilidad de algunas costumbres y establecimientos de moda2 heraus. Ab Mitte 1786 erschienen in ungleichen Abständen 16 Nummern. Das Erscheinen der einzelnen Nummern wurde in der Gaceta laufend angekündigt.3 Mit dem 16. Diskurs sah sich der Autor jedoch auf Grund von Problemen mit der Zensur gezwungen, die Produktion einzustellen. Inmaculada Urzainqui bezeichnet den Apologista Universal als eine der meist gelesenen Zeitschriften der Zeit und hält ihn für die Wochenschrift mit der schärfsten Kritik, in einem „tono audaz, desenfadado, agudamente irónico e inteligente“.4 Bereits der Titel enthält großes satirisches Potential, denn ← 87 | 88 → mit der Benennung als „Apologista“ weist er auf die Polemik über Spaniens kulturelle Stellung innerhalb Europas hin, die das Land intensiv beschäftigte und es ideologisch in zwei Teile spaltete. Die Diskussion, an der sich eine große Anzahl von Intellektuellen beteiligte, wurde durch den Spanien-Artikel des Franzosen Masson de Morvilliers in der Encyclopédie méthodique ausgelöst, in dem er die rhetorische Frage „Que doit-on à l’Espagne?“ stellte, um zum Ausdruck...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.