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Afrikanische Silbenspiele

Betrachtet im Kontext von Sondersprachen

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Patricia Friedrich

Silbenspiele sind ein weltweit verbreitetes Phänomen; auch in Afrika sind sie in vielen Sprachen bekannt und dokumentiert. Vor allem Kindern und Jugendlichen wird die belustigende Beschäftigung mit diesen «Geheimsprachen» zugeschrieben. Das Buch widmet sich ihnen in zweifacher Hinsicht: Zum einen stellt es die formalen Bildungsregeln solcher Sprachen dar und systematisiert sie, zum anderen geht es auf die soziolinguistischen Gemeinsamkeiten dieses Phänomens ein. Im Anschluss daran werden Silbenspiele von ähnlichen sprachlichen Phänomenen wie Argots, Respektsprachen und Jugendsprachen abgegrenzt, mit denen sie sowohl Bildungsregeln als auch Funktionen teilen. Das Buch leistet damit einen Beitrag zur ganzheitlichen Betrachtung von Silbenspielen.
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1 Einleitung

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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem sprachlichen Phänomen, das verschiedene Autoren mit ganz unterschiedlichen Begriffen belegt haben. Prominent sind beispielsweise „argot“ (BENDER & DEMISSE 1983), „backwards language“ (BAGEMIHL 1989), „disguised speech“ (HAAS 1969), „language game“ (DAVIS 1994; ALIDOU 1997), „linguistic play“ (CONKLIN 1959), „play language“ (SHERZER 1976; PRICE & PRICE 1976), „secret language“ (POUND 1964; GOWLETT 1968), „speech disguise“ (CONKLIN 1956) und „word game“ (HOMBERT 1986; EFERE 1995).

Da jede dieser Bezeichnungen mit bestimmten Konnotationen verbunden ist, welche die Wahrnehmung der strukturellen Gemeinsamkeiten aller dieser Geheimsprachen und Sprachspiele erschweren, prägte LAYCOCK (1972) eigens für dieses Phänomen den Begriff „ludling“ aus einer Kombination der lateinischen Wörter ludus ,Spiel‘ und lingua ,Sprache‘ (ebd.: 61, 94). Dieser Begriff ist jedoch in späteren Publikationen nur selten aufgegriffen worden. Für das Deutsche schlägt BECK (1998: 90) den Begriff „Gänselatein“ vor, der analog zum englischen „Pig Latin“ und zum französischen „javanais“ die Gesamtheit dieser spielerischen Sprachen bezeichnen soll. Der Begriff „Gänselatein“ ist aufgrund seiner Eigenschaft als Singularetantum für die vorliegende Arbeit jedoch ebenfalls ungünstig, da sie sich mit der Vielfalt dieses Phänomens beschäftigt. In dieser Arbeit wird daher der Terminus „Silbenspiel“ verwendet, der sich darauf bezieht, dass die Silbe die Grundlage fast aller dieser Spiele darstellt, wie später gezeigt werden wird.

Nicht nur die uneinheitliche Namengebung, sondern auch die im Rahmen der Klassifikation vorgenommene Orientierung an den Funktionen von Silbenspielen, welche sich zum Teil...

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