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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Edited By Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Gestaltwahrnehmung als Strukturbildung. Über die Wurzeln einer phänomenologischen Ästhetik in der Erkenntnislehre von Carl Stumpf.

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Zusammenfassung

Ausgehend von der Feststellung Carl Stumpfs (1939/2011, S. 242), nicht „der konkrete, gestaltete Eindruck“ sei „das Wesen der Gestalt“, sondern „jenes abstrakte Netz an Beziehungen“, das die Denkpsychologie in unseren Gestaltaussagen aufzeigen könne, soll auf jene Forschungsansätze der damaligen Zeit verwiesen werden, die – ähnlich wie Stumpf – Gestaltwahrnehmung als prozesshaftes, in seiner Zeitcharakteristik erfassbares Geschehen aufgefasst haben. Dazu gehört vor allem der in der 2. Leipziger Schule entwickelte Begriff der ‚Aktualgenese‘. In der Tradition der phänomenologischen Psychologie hat vor allem Maurice Merleau-Ponty in seiner Phänomenologie der Wahrnehmung (1945/ 1966) anschauliche Beispiele für Gestaltbildungsprozesse in der Wahrnehmung dargestellt. Aus derartigen Ansätzen lassen sich auch Implikationen für eine phänomenologische Ästhetik ableiten, die im Rückbezug auf Carl Stumpfs Erkenntnislehre diskutiert werden sollen.

Abstract

In his Erkenntnislehre (1939/2011), Carl Stumpf stated that it was not “the concrete, formal impression” which formed “the essence of ‘Gestalt’”, but “that abstract net of relations” which can be demonstrated by the psychology of the psychology of thought processes. Starting from this statement of Stumpf, we will take a look on those scientific approaches of his time that similar to him conceived Gestalt perception as a process, which can be conceived by its temporal characteristic. An example for these approaches was the concept of ‘Aktualgenese’, as developed in the 2nd Leipzig school. In the tradition of phenomenological psychology, Maurice Merleau-Ponty, in his Phenomenology of Perception, presented concrete examples for the process of Gestalt...

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