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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Zur Konzeption ‚musikalisches Hören’ in der Musiktheorie von Ernst Kurth.

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Zusammenfassung

Der deutsch-österreichische Musiktheoretiker Ernst Kurth arbeitete in den 1910er und 1920er Jahren an einer Neubegründung der Musiktheorie. Ausgehend von den Erkenntnissen, die Carl Stumpf in seiner Tonpsychologie in Bezug auf das Konzept der „Verschmelzung“ formuliert hatte, argumentierte Kurth, dass aus musikpsychologischer Perspektive „Verschmelzung“ relativ und variabel sei und sich nur aus einer Einbindung in den individuellen musikalischen Zusammenhang angemessen erschließe. Der Beitrag zeichnet die Hauptpunkte von Kurths Argument nach und untersucht, welche Konsequenzen Kurth aus seinem Konzept des „musikalischen Hörens“ für die Musiktheorie zieht.

Abstract

In the 1910s and 1920s, the German-Austrian music theorist Ernst Kurth worked on a new foundation of music theory. Based on the results regarding the concept of Verschmelzung described by Carl Stumpf in his Tonpsychology, Kurth argued that from the perspective of music psychology Verschmelzung is a relativ and variable concept which can only adequately understood by its integration into the individual musical context. The essay presents the main points of Kurth’s argument and investigates the impact of Kurth’s concept of „musical listening“ on music theory.

Mit vier umfangreichen musiktheoretischen Abhandlungen legte der in Bern lehrende deutsch-österreichische Musikwissenschaftler Ernst Kurth (1886– 1946) im frühen 20. Jahrhundert einen der wohl ambitioniertesten Versuche vor, die Voraussetzungen musiktheoretischen Denkens auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. In seinen vier Hauptschriften entwickelt Kurth alle zentralen Teilbereiche der Disziplin Musiktheorie: Grundlagen des linearen Kontrapunkts. Bachs melodische Polyphonie (1917) ist im Grunde eine Kontrapunkt-...

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