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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Edited By Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Erkenntnistheoretische Grundlagen der Gestalt- und Ganzheits psychologie in historischer Perspektive

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Zusammenfassung

Die Gestalt- und Ganzheitspsychologie basiert auf bislang noch nicht aufgearbeiteten komplexen erkenntnistheoretischen Fundamenten, die sowohl die menschliche Wahrnehmung (das sinnliche Phänomen) als auch den Abstraktionsprozess (die kognitive Grundlage der Erkenntnis) revolutionierten. Diese neuen Fundamente setzten die idealistisch-metaphysischen Erkenntnisprämissen der Transzendentalphilosophie Immanuel Kants außer Kraft und suchten eine Brücke zu schlagen zu der im 19. Jahrhundert prosperierenden deutschen Sinnesphysiologie und -psychologie. Für den von Christian v. Ehrenfels geprägten Terminus „Gestaltqualität“ sind wesentlich mehr wichtige theoretische Vorläufer namhaft zu machen als herkömmlich erwähnt werden. Erst in erkenntnistheoretischer Retrospektive sind die enormen Anstrengungen dieser bedeutendsten deutschen psychologischen Schule zu würdigen, deren genuine Zielrichtung dem Bestreben galt, dem metaphysischen Seelenbegriff eine epistemisch vertretbare empirische Basis zu verschaffen, die auch heute noch in Grundlagenfragen der theoretischen Psychologie richtungsweisend sein kann.

Abstract

The Gestalt psychology is based on complex and not yet fully explored epistemological foundations which revolutionized the human perception (the sensuous phenomenon) as well as the process of abstraction (the cognitive base of knowledge). These new fundaments invalidated the idealistic knowledge premises of Immanuel Kant’s transcendental philosophy and aimed to establish ties to the German physiology and psychology of the senses which began to flourish in the 19th century. When it comes to the term ‘Gestaltqualität’ coined by Christian v. Ehrenfels, there should be noted many more forerunners than usually are alluded to. The enormous efforts of this most significant German school of psychology can...

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