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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Jenseits des Ästhetischen. Der kulturelle Status der modernen afrikanischen Kinder- und Jugendliteratur: Kodjo Attikpoé

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Die moderne Kinder- und Jugendliteratur zeichnet sich durch komplexe narrative Strukturen aus (Delbrassine 2006). Trotz dieser Entwicklung und ungeachtet der Tatsache, dass die Grenze zwischen Literatur für Jugendliche und Allgemeinliteratur durch das immer häufiger auftretende sog. „crosswriting“ (Beckett 1999, 2008) immer durchlässiger wird, lässt sich konstatieren, dass die Kinder- und Jugendliteratur in vielen Sprach- und Kulturgemeinschaften ein bis heute oftmals vernachlässigter Teil des literarischen Systems ist. Mit anderen Worten: Nach wie vor haftet der Kinder- und Jugendliteratur das Vorturteil an, sie sei eine ästhetisch minderwertige oder eine bloße Marketingliteratur.1 Bei genauerem Hinsehen jedoch besitzt auch die Kinder- und Jugendliteratur einen kulturellen Status, der je nach Gesellschaft von sehr unterschiedlichen Faktoren bestimmt wird. Im afrikanischen Kontext etwa hängt die kulturelle Relevanz der literarischen Produktion für Kinder und Jugendliche in erster Linie nicht mit dem Grad ihrer Ästhetisierung zusammen, sondern er bezieht sich vielmehr auf bestimmte Diskurs- und Funktionszusammenhänge.

Die Entstehung der afrikanischen Kinder- und Jugendliteratur: eine identitätsrelevante Frage

In ihrer Untersuchung Kinderliterarische Komparatistik zeigte Emer O’Sullivan auf, wie in den sogenannten Entwicklungsländern „westliche Klassiker [zu einem] Hindernis für die Entwicklung von eigenständigen Kinderliteraturen“ (O’Sullivan 2000, 380) geworden sind. In diesem Zusammenhang sind auch „die Anfänge der Entwicklung der Kinderliteratur Schwarzafrikas […] bestimmt durch die Kolonialherrschaft“ (ebd., 138). Der ghanaïsche Kinderbuchautor Asare Meshak pflichtet ihr bei:

Generationen junger Afrikaner sind mit den gleichen Büchern in die Kunst des Lesens eingeführt...

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