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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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The Troyan War Reloaded. Motiv- und Mythenkomprimationen in Josephine Angelinis Starcrossed-Trilogie (2011-2013): Oxane Leingang

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Hollywood-Verfilmungen, Fußballmannschaften oder Computerviren – auch nach 3.300 Jahren ist Troja präsent im kulturellen Gedächtnis. „Troy suggests ancient times, mystery, power, unearthly beauty, superheroes, ancient gods and heroic quests“, so begründet die Gräzistin Diane W. Thompson (2004, 217) die ungebrochene Faszination dieses Mythos. Auch die Kinder- und Jugendliteratur greift diesen Themenkomplex immer wieder auf – in Bilderbüchern, Erstlesetexten, opulent gestalteten Nacherzählungen, Sachbüchern oder Mitratekrimis.1 Jüngst hat die US-amerikanische Autorin Josephine Angelini mit ihrer Starcrossed-Reihe (dt. Göttlich-Trilogie) den Trojanischen Krieg fortgeschrieben. Das Originäre an ihrem Werk ist die Tatsache, dass sie die Mythen der griechischen Bronzezeit in das Kleinstadtleben des 21. Jahrhunderts verlegt. Gerade diese Hybridität des Fantasy-Genres (Ewers 2012, 28), das die fremde Vergangenheit einer archaischen Hochkultur und die vertraute Gegenwart überblendet und metaphorisch verdichtet, macht den rezeptionspsychologischen Reiz der Werke aus.

Die Monumentalität vormoderner Thematiken bringen Starcrossed in die Nähe der antiken Heldensagen – die selbstaufopfernden Quests oder gar die Rettung der ganzen Welt im dritten Band als Sicherung des Status quo, nicht als Heilsgewissheit im christlichen Sinne. Adressatenspezifisch überzieht Angelini alles mit dem Zuckerguss romantischer Liebesbeziehungen, indem sie die berühmten Paare der Antike wie Paris-Helena, Hector-Andromache und Achill-Briseis wieder zusammenführt (vgl. auch Kudla 2003, 12-18; 40-46), was dem Dreiteiler die Gattungsbezeichnung „Romantasy“ beschert hat. Die Trilogie wurde bislang in acht Sprachen, darunter ins Griechische und Türkische, übersetzt. Der internationale Erfolg scheint das Gelingen der Neuinterpretation zu bestätigen: „Modern [sic!] mythology has...

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