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Melanom-Aufklärung und Melanom-Früherkennung

Historische Entwicklung und die Anfänge in Deutschland

Eberhard Paul and Christoph Bäuml

Hautkrebsvorsorge und -früherkennung sind eine Erfolgsgeschichte der Medizin der letzten Jahrzehnte. Der hippokratische Ratschlag Nur nicht daran rühren ist Geschichte! Da Melanome sehr langsam wachsen und das diagnostische Fenster jahrelang offensteht, propagiert man heute eine primäre Prävention (Meiden von Sonnenlicht) und einen regelmäßigen Melanom-Check bei Risikopersonen. Dies war nicht immer so. Zunächst war der Weg der Hautkrebsvorsorge und -früherkennung steinig und die ersten Schritte aus heutiger Sicht mühsam und bescheiden. Das Buch fasst die Anfänge der Melanom-Prävention in Australien, den USA und Deutschland zusammen. Als Zeitzeugen der Anfänge dieser Geschichte schaffen es die Autoren, die Erinnerung an die wichtigsten Epochen der Melanom-Prävention wachzuhalten.
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Das Melanom – Der ideale Vorsorgetumor

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Nur ca. 10 % aller Melanomerkrankungen sind auf genetische Prädispositionen zurückzuführen und treten demnach familiär gehäuft auf.1 Dagegen stehen bei 90 % aller Neuerkrankungen exogene Einflüsse als Ursachen fest. Das bedeutet, dass primäre Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Meiden des Sonnenlichtes, die Melanominzidenz stark reduzieren können. So kann jeder individuell mit dem Wissen und Einhalten von Grundregeln im Umgang mit seiner Haut sein eigenes Hautkrebsrisiko beträchtlich senken. Dabei unterscheidet man zwischen der primären Prävention im Sinne der Reduzierung der Risikofaktoren und der sekundären Prävention in Form der Früherkennung.2

Als wichtigster Grund für das Entstehen eines Melanoms gilt heute aufgrund epidemiologischer Daten die UV-Licht-Belastung.3,4 Dem Schönheitsideal einer sportiven Bräunung5 in der Gesellschaft ist es zuzuschreiben, dass das Melanom die Krebserkrankung mit der höchsten Steigerungsrate, mit 4-8 % weltweit, ist.6 Um eine unnötige Strahlenexposition zu vermeiden, kann man eine Reihe von einfachen Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört das Tragen Sonnenlicht-dichter Kleidung, im Sommer das Meiden von Sonnenlicht zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr, der Verzicht auf südlich gelegene Urlaubsziele in den Sommermonaten, das Nutzen von Schattenspendern wie Bäume, Markisen oder Sonnenschirme, die langsame Gewöhnung der Haut an Sonnenlicht und generell die Vermeidung von Sonnenbränden.7 Ob die Anwendung von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor der Entstehung eines Melanoms vorbeugt, ist heute noch nicht zweifelsfrei bewiesen8, wird jedoch von den Experten empfohlen. Darüber hinaus sollte...

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