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Das II. Vatikanische Konzil und die Wissenschaft der Theologie

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Edited By Ansgar Kreutzer and Günther Wassilowsky

Mit der Erinnerung an das II. Vatikanische Konzil ist eine Besinnung auf das funktionierende Zusammenspiel von kirchlichem Lehramt, wissenschaftlicher Theologie und gesellschaftlicher Öffentlichkeit verbunden. Diesen Zusammenhängen von Konzil und Theologie im Kontext ihrer gesellschaftlichen Herausforderungen ist dieser Sammelband gewidmet, der auf eine im Sommersemester 2012 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) gehaltene Ringvorlesung zurückgeht. Während zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Konzil eher auf seine Dokumente oder Grundthemen abheben, bildet hier das Interaktionsverhältnis von Konzils- und theologischem Reflexionsgeschehen das übergreifende Formalobjekt: Wie haben sich Theologie und Konzil wechselseitig beeinflusst? Welche Kontinuitäten und Brüche bedeutete das Konzil für die einzelnen theologischen Teilfächer? Und was ist der spezifische Beitrag der theologischen Reflexion zum kulturellen Gedächtnis des Konzils in der Kirche – auch im Sinne seiner Aktualisierung?
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Als die Kirche Weltkirche wurde Karl Rahners

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Als die Kirche Weltkirche wurde.Karl Rahners Beitrag zum II. Vatikanum und seiner Deutung

Günther Wassilowsky

Aus dem historischen Abstand eines halben Jahrhunderts fragen sich in diesen Jubiläumsjahren viele in Kirche und Theologie, was das Besondere, das bleibend Denkwürdige und auch heute noch Verpflichtende des II. Vatikanischen Konzils gewesen ist.1 Nicht nur professionelle Theologen wollen begreifen, was diese Kirchenversammlung ausmachte, welche charakteristische Besonderheit, welche spezifische Physiognomie dieses Konzil im Vergleich zu den anderen 20 ökumenischen Konzilien der Kirchengeschichte ausgebildet hat.

Als Kirchenhistoriker ist es meine feste Überzeugung, dass man dieses Konzil nur verstehen und in rechter Weise interpretieren kann, wenn man nicht nur seine am Ende verabschiedeten Texte auslegt. Und das gilt nicht nur deswegen, weil die vom II. Vatikanum promulgierten 16 Konstitutionen, Erklärungen und Dekrete im Vergleich zum vorausgegangenen Konzilsereignis viel zu karg, in vielen Einzelaussagen unklar, kompromisshaft, untereinander unvermittelt, vielleicht sogar widersprüchlich sind. Jeder, der das II. Vatikanum sachgerecht interpretieren möchte, muss sich aus meiner Sicht insbesondere deshalb mit dem gesamten Konzilsereignis auseinandersetzen, weil der Sinn und Zweck eines Konzils sich gar nicht darin erschöpft, Beschlüsse zu produzieren und diese dann in Texten schriftlich festzuhalten. So wie konziliare Zusammenkünfte Ereignisse intensiver und kontroverser Verhandlung von inhaltlichen Fragen waren, so waren sie gleichzeitig immer auch Ereignisse intensiver und kontroverser Inszenierungsbemühungen, Ereignisse der Gestaltung einer realen Zusammenkunft hochrangiger Repräsentanten der Christenheit und des konkreten Interagierens nach innen und nach außen. In diesen Momenten...

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