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SEHEN – Mehr als eine Selbstverständlichkeit?

Chancen und Grenzen durch den Einsatz neuer Medien in Studium, Lehre und Forschung

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Helen Zimmermann

Studieren, Lehren und Forschen basieren heute weitgehend auf dem Einsatz neuer Medien. Dabei werden das Sehen und das Klicken mit der Maus als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Man nimmt an, dass alle in normaler Schrift Dokumente lesen können. Wie können aber Menschen mit visueller Beeinträchtigung bei den stark auf Visualisierung ausgerichteten Lernprozessen wirklich partizipieren? Das Ziel der Arbeit ist es, Einblicke in komplexe Barrieren in der visuellen Bildungslandschaft zu geben. Der Fokus liegt auf Interaktionsprozessen zwischen sehenden und nicht (gut) sehenden Lernenden. Wichtige Sachaspekte werden vermittelt und didaktische Elemente reflektiert. Im Rahmen einer Aktionsforschung werden am Beispiel der Universität Zürich mögliche Lösungswege aufgezeigt.
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Teil 2 - Brücken suchen zur sehenden Lernwelt

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Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen und Arbeiten einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)

Abb. 4: An einem Strand steht ein Schiffsskelett, Baumstämme, eine Säge und Bretter liegen rum. Auf einem Baumstrunk steht ein Mann, den Blick und die Hände nach dem weiten Ozean und der aufgehenden Sonne dahinter gerichtet. Er erzählt von seiner Sehnsucht. Die Arbeiter sitzen im Sand oder auf einem Baumstamm und lauschen den Worten des Mannes. Einer schaut durch ein Fernrohr aufs Meer.

Die bisherigen Ausführungen haben aufgezeigt, dass Begegnungen zwischen sehenden und nicht-(gut)sehenden Menschen noch zu häufig von Unsicherheiten geprägt sind. Die distanzierende Haltung gegenüber Menschen mit (visueller) Behinderung hat oft mit fehlenden Informationen oder Unwissenheit zu tun. Bildung hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und weiterentwickelt. ← 89 | 90 → Dass Bildung von vornherein nicht allen Menschen zugänglich war, ist z.B. in der Geschichte der Blindenbildung offensichtlich. Es gab unterschiedliche Zugänge: von der Frage und der Diskussion, ob blinde Menschen überhaupt bildungsfähig seien, bis zur Zuschreibung ausserordentlicher Fähigkeiten. (vgl. Teil 1, Kapitel 1.2 Vorschnelle Bilder)

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