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SEHEN – Mehr als eine Selbstverständlichkeit?

Chancen und Grenzen durch den Einsatz neuer Medien in Studium, Lehre und Forschung

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Helen Zimmermann

Studieren, Lehren und Forschen basieren heute weitgehend auf dem Einsatz neuer Medien. Dabei werden das Sehen und das Klicken mit der Maus als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Man nimmt an, dass alle in normaler Schrift Dokumente lesen können. Wie können aber Menschen mit visueller Beeinträchtigung bei den stark auf Visualisierung ausgerichteten Lernprozessen wirklich partizipieren? Das Ziel der Arbeit ist es, Einblicke in komplexe Barrieren in der visuellen Bildungslandschaft zu geben. Der Fokus liegt auf Interaktionsprozessen zwischen sehenden und nicht (gut) sehenden Lernenden. Wichtige Sachaspekte werden vermittelt und didaktische Elemente reflektiert. Im Rahmen einer Aktionsforschung werden am Beispiel der Universität Zürich mögliche Lösungswege aufgezeigt.
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Teil 3 - Brücken bauen in der sehenden Lernwelt

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In jedem Menschen existieren, glaube ich, gegenläufige Kräfte. Wenn wir sie aber aneinander annähern und einen Ausgleich zwischen ihnen finden können, sind wir einen Schritt vorangekommen. (Dalai Lama 2001)

Abb. 5: Ein Kompass schwebt über dem Meer, zeigt die Richtungen Nord, Ost, Süd und West an. Zwei Schiffe fahren auf den Wellen. Eines heisst Ost, eines West. Ost ist es nur möglich nach Ost zu fahren, da die Wellen es so tragen. West ist es nur möglich nach Westen zu fahren, da seine Wellen es so tragen. (Wellen haben unterschiedliche Richtungen). Die Männer der Schiffe winken einander zu, am Kreuzpunkt möchte ein Mann von Boot West eine Kiste mit der Aufschrift Ost, dem Mann auf Schiff Ost übergeben, damit die Kiste am richtigen Ort ankommt.

Im ersten Teil der Arbeit, „Sichtweisen“, lag die Frage im Zentrum, wie Menschen mit visueller Behinderung wahrgenommen werden und welche Vorstellungen über blinde Menschen im Raum stehen. Der zweite Teil der Arbeit, „Brücken suchen zur sehenden Lernwelt“, versuchte Einblicke zu geben, wie sehbehinderte und blinde Lernende sich Wissen aneignen können. Einsetzbare Kompensationsstrategien wurden vorgestellt, um zu der sehenden Lernwelt Brücken suchen zu können. Barrieren, die bei der Interaktion zwischen sehenden ← 185 | 186 → und nicht-(gut)sehenden Lernenden auftreten können, wurden aufgrund der ICF analysiert und ein idealtypisches Modell entworfen. Im dritten Teil der Arbeit, „Brücken bauen in der visuellen Lernwelt“, geht es nun darum,...

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