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Von Memel bis Allenstein

Die heutigen Bewohner des ehemaligen Ostpreußens: Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren

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Andrzej Sakson

Der Autor zeigt den Verlauf der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozesse in den Regionen Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren nach 1945 auf. Er vergleicht ihre jeweiligen Entwicklungen kritisch miteinander und rekurriert dabei auf die Nationalbildungsprozesse im späten 19. Jahrhundert sowie die Ereignisse am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Analysen stützen sich auf eigene soziologische Feldforschung. Zahlreiche Interviews, direkte und indirekte Beobachtungen sowie quantitative Untersuchungen wurden durch Archivstudien und durch die Auswertung von amtlichen Dokumenten, Memoiren, Fachliteratur sowie Presseezeugnissen ergänzt.
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3. Woiwodschaft Ermland-Masuren

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3.   Woiwodschaft Ermland-Masuren

Der Untergang des real existierenden Sozialismus hat in Polen, Litauen und Russland eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung eingeleitet. Der Aufbau der neuen wirtschaftlichen und politischen Ordnung zog vielfältige Konsequenzen nach sich. Einerseits füllten sich die Ladenregale mit vielen und bislang nicht erhältlichen Waren, andererseits tauchten bisher in solchem Ausmaß unbekannte Phänomene wie Massenarbeitslosigkeit, Korruption, Armut oder die soziale Ausgrenzung großer gesellschaftlicher Gruppen auf. Ostpreußen, diese „deutsche Kolonie”, war im Vergleich zu anderen Gegenden des Kaiserreiches, der Weimarer Republik oder des nationalsozialistischen Deutschlands ein unterentwickeltes Randgebiet. Die Zeit des Kommunismus in den Jahren 1945-1989/1991 war weitgehend ein nur mäßig gelungener Versuch, diesen Zustand zu ändern. Nach dem Fall des Systems der „Volksdemokratie“ stellte sich der periphere Zustand wieder ein. Das Memelland, das Kaliningrader Gebiet sowie Ermland und Masuren werden alle oft als schwache Randgebiete bezeichnet, obwohl die Gründe dafür unterschiedlich sind. Das unüberwundene Erbe der ostpreußischen Peripherisierung ist allerdings ein Faktum.

3.1.   Änderungen der Verwaltungsstruktur

Durch die Auflösung des Bezirks Masuren (Okręg Mazurski) und die Errichtung der Woiwodschaft Olsztyn (Allenstein) 1946 wurde dieses Gebiet um 8 000 km2 kleiner (die neue Woiwodschaft war ca. 19 000 km2 groß).

Die so eingeführte Verwaltungsgliederung blieb bis Mitte 1950 weitgehend unverändert. Artikel 7 des Gesetzes über Änderungen in der staatlichen Verwaltungsgliederung vom 28. Juni 1950 erweiterte die Woiwodschaft Olsztyn zum 6. Juli desselben Jahres um die Landkreise Nowe...

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