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Nationale und aristokratische Symbolik und Denkmalpolitik im 19. Jahrhundert

Ein deutsch-italienischer Vergleich

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Margit Bansbach

Entstehende Nationen brauchen Symbole. Das galt auch für Deutschland und Italien. Hier waren Nationaldenkmäler, Denkmalparks, Denkmalfeste und Mythen Teile dieser Symbolik. Dieses Buch untersucht Übereinstimmungen, Verbindungen und Unterschiede zwischen den deutschen und italienischen Symbolen und den Absichten der jeweiligen Mäzene. Beide Nationen unterschieden sich sehr in ihrer politischen und gesellschaftlichen Ausgangslage, aber eben auch in ihrer Mentalität. Die herrschenden Dynastien, Regierungen und nicht in Regierungsverantwortung stehenden Adligen nutzten die Denkmäler und deren Inszenierungen für ihre Zwecke. Der Vergleich beider Nationen zeigt dabei beachtliche Übereinstimmungen. Die Zielsetzung der jeweiligen Mäzene konnte jedoch sehr unterschiedlich sein.
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3 Aristokratische Nationsvorstellungen im Spiegel der Denkmäler vor Gründung der Nationalstaaten

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3  Aristokratische Nationsvorstellungen im Spiegel der Denkmäler vor Gründung der Nationalstaaten

In der Zeit vor der Gründung des deutschen Kaiser- und des italienischen Königreichs war der Gedanke der Kulturnation die am weitesten verbreitete Nationalismusform. Da diese Ausdrucksform des Nationalismus die größte Akzeptanz bei den Landesherren der Einzelstaaten fand und vereinzelt sogar von ihnen mitgetragen wurde, liegt es auf der Hand, dass in den vier Denkmälern und dem einen Denkmalpark, die ich in diesem Kapitel untersuche, dem kulturnationalen Aspekt eine herausragende Bedeutung zukommt. Im Folgenden wird aufgezeigt, dass die verschiedensten kulturnationalen Werte und Erinnerungsmodelle in den Objekten propagiert wurden. Damit verbunden wird die Frage nach möglichen weiteren nationalen Ausdrucksformen und den Intentionen der adligen Mäzene, die mit den Denkmälern im Zusammenhang stehen. Dazu werden die mit den Denkmälern und dem Denkmalpark in Verbindung stehenden Feste in die Analyse miteinbezogen. Ebenfalls untersucht wird, inwieweit die Denkmalobjekte mit nationalem Anspruch von der Öffentlichkeit als solche angenommen wurden.

Für Deutschland werden für die Zeit vor der Gründung des deutschen Kaiserreichs die Wartburg bei Eisenach und die Walhalla bei Donaustauf in der Nähe von Regensburg behandelt. Die Wartburg wurde von Carl Alexander, dem Landesherren des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, bedeutendstes der thüringischen Länder, restauriert.195 In Bayern, dem nach Preußen und Österreich einflussreichsten Partikularstaat des Deutschen Bundes196, initiierte Ludwig I. die Walhalla. Bei der Walhalla handelt es sich um einen Neubau, der von Anfang an von...

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